06.07.2018

Lustiger wird es nicht

Liebe Freunde verständnisloser Veränderungen.
Manchmal fehlen die Worte. Was ja eigentlich Blödsinn ist, denn irgendwer hat immer Wörter, die man sich ausleihen kann. Und wenn es nur zweifelhafte Meinungen sind, die irgendwer in die Welt hustet. Aber was gerade so an sprachlichen Waffen in dieses Land geworfen wird, gleicht einer ausgewachsenen Bronchitis und macht mich fertig. Politische Trumpeltiere seehofern durch die Gegend und vermerkeln eine politische Agenda, die so überhaupt nichts mit meiner zu tun hat. Es gibt nun wirklich wichtigere Themen. Klimawandel, Pflege, Bildung, zum Beispiel. Das ist zumindest meine unmaßgebliche Meinung. Aber das scheint keinen zu interessieren, der ständig zu wissen meint, was die Bürger dieses Landes denn so bewege. Mich bewegt ganz anderes. Jedenfalls schaffe ich es derzeit nicht, mir aus den Tageszeitungen die Wörter auszuleihen, die andere mal gehabt haben.



Es ist zu schmerzhaft, die aktuellen Nachrichten immer und immer wieder zu lesen, um aus den sinnlosen Wörtern etwas anderes Sinnloses zusammenzustreichen. Ich greife lieber zu alten, veralteten Büchern, die ich vor dem Altpapiercontainer rette und ausgesuchte Seiten zweitverwerte. Das bedeutet aber nicht, dass hier dann alles rosarot wäre. Im Gegenteil. Auch der Juli-Aufguss der Textverdunkelungen ist nicht unbedingt ein Stimmungsaufheller. Warum auch? Nur weil die Welt am Abgrund einer Scheißepfütze rollt, muss ich ja kein Konfetti auf die Kacke streuen.

Natürlich bekomme ich mit, dass drüben auf der Facebook-Blackout-Seite vor allem die Textverdunkelungen gutgefunden und geteilt werden, die eher happyhappypositiv oder sogar lustig (!) sind. Die problematischen und stimmungsverdunkelnden Blackouts werden nicht nur nicht so doll gemocht, sondern mit einem Aufkündigen der "Fan-Beziehung" sanktioniert. Das finde ich schade, das ändert aber nichts an meinem Mehrwertversprechen, Euch weiterhin mit dystopisch-dilettantischen Konfusionsbeschleunigern zu versorgen. Das ist meine Art der Weltbewältigung. Sorry dafür.

Bevor ich mich aber hier in langweiligen, wenn auch nicht belanglosen Ernsthaftigkeiten verliere, bitte schön, ein paar semi-inspirierte Textverdunkelungen aus den letzten Wochen. Sogar mit einer, die in Ansätzen das Potenzial hat, ein bisschen lustig zu sein. Ich weiß es besser: Sie ist es nicht!

Schönen Restsommer, Ihr Leidensgenossinnen und Leidensgenossen der poltischen Großwetterlage. Tragt bitte täglich und im Kleinen dazu bei, dass es in diesem Land menschlich bleibt.