06.06.2018

Seelenruhig im Sommerloch

Liebe Freunde psychischer Perfektion.
Eine unformatierte Wahrheit beugt sich über die Seelenruhe und will sie aus der Fassung bringen. Schafft sie aber nicht. Stattdessen lächelt die Seelenruhe die völlige Erschöpfung in eine dunkle Ecke und pflegt ihr lichtes Haar für exakt die drei Minuten, in denen alles egal ist - außer der Blick auf das Jetzt. "Es ist lange her", sagen die Wolken, nehmen einen kräftigen Schluck aus der Pulle und pusten das soeben Getrunkene auf die Welt. Die Blumen freuen sich, jubilieren in unbestimmter Hoffnung. Nur der alte Apfelbaum mit seinem Rundumblick für das große Ganze weiß, dass jenseits der Hoffnung die Wachen des Gehirns auf jene lauern, die voller Zuversicht das phantastische Meer überqueren. Draußen auf dem Wasser ist jedes Wort still und klein. Die Gewalten sind größer.

In diesem Sinne: genießt das Sommerhalbjahr auf die ganz eigene Weise, lasst Fünfe gerade und das Fluchen sein. Schaltet die problematischen Teile des Gehirns aus und lebt psychisch großartig. Strebt nach den Sternen und lasst die Kirche im Dorf. Erfreut Euch am stündlichen Glockenschlag der geilen Seelenruhe, während drumherum die Turbulenzen im Takt trommeln. Außerdem gilt für das Leben wie für das sommerliche Baden in offenen Gewässern: Solltet Ihr von einem Sog erfasst werden, bewahrt Ruhe, haltet die Luft an, lasst Euch vom Sog nach unten ziehen, und wenn Ihr auf dem Grund angekommen seid, stoßt Euch schräg ab, um dem Strudel zu entkommen. Heile am Ufer angekommen, werft Euch das Handtuch über und einen Blick auf die Textverdunkelungen der letzten Wochen. Danke für Eure Aufmerksamkeit.