04.03.2018

Herr Knarzig und der Rand des Wahnsinns


Liebe Freunde knuffiger Kerle.
Vor ein paar Wochen stand Herr Knarzig in meinem Kopf und wollte, dass ich ihm helfe. "Wieso ich?" habe ich gefragt, aber er wusste keine Antwort. "Vielleicht", so sagte er mir etwas später, "vielleicht war es, weil Du gerade Platz im Schädel hattest. Und ich war zufällig in der Nähe". Herr Knarzig tat mir irgendwie leid, also habe ich ihm erlaubt, sich für ein paar Tage in meinem Kopf aufzuhalten. Er war wirklich ein ganz angenehmer Mitbewohner, er war nett zu den anderen Gedanken und sonstigen Wesen, die da erlaubt und unerlaubt wohnen. Also ein völlig unauffälliger Zeitgenosse. Aber so werden Amokläufer im Nachhinein ja auch manchmal charakterisiert. 

Vier mal hat er mich in diesen Tagen, wenn ich so sagen darf, belästigt. Er wollte, dass ich ihm helfe, eine Trilogie zu produzieren und für die Nachwelt zu hinterlassen. Es gibt Situationen, da fragt man einfach nicht nach dem Warum. Das hier schien so eine gewesen zu sein. Ich habe jedenfalls nicht gefragt.

Nunja, dass es am Ende eine Trilogie mit vier Bilderchen geworden ist, sagt eigentlich alles über den Gemütszustand von Herrn Knarzig aus. Oder über meinen. Wie dem auch sei, seit gestern ist Herr Knarzig wieder verschwunden. "Muss weiter, danke für alles", hat er mir nur kurz zugerufen, als ich im Supermarkt die Milch aus dem Kühlregal zog, und dann war er weg. Ziemlich überraschend. Ich hätte ihn gerne noch ein Weilchen länger beheimatet, aber Reisende soll man nicht aufhalten, so heißt es doch? 

Wenn Ihr also in nächster Zeit einem knuffigen Kerlchen begegnet, der irgendwie wirkt wie aus der Welt gefallen, seid nett zu ihm. Und grüßt ihn schön. Und schickt ihm diesen Link, er hat nämlich seine vier Trilogie-Bilder hier vergessen. Vielleicht kann er Euch dann ja erklären, was es damit auf sich hat.