01.03.2017

Wahrheitsbehauptungen und offene Messer

Liebe Freunde elitärer Ersatzwahrheiten.
Wohin ich auch gehe, immer nehme ich mich mit. Auch in menschenleerer Umgebung und maßloser Ruhe, in mir drin ist Großstadt. Weglaufen zwecklos. Die Seele fährt mit Blaulicht. Am Ende des Tages, mit dem Schließen der Augen, mit dem Schlaf, der zum Glück ein verlässlicher Freund ist, legen sich die Monster zur Ruhe. Am Ende des Schlafs, mit dem Öffnen der Augen, kommen die Monster wieder. Ich gehe in mich, immer tiefer, bis zu der Stelle im Kopf, wo man nach der Richtung fragt. Dann stehe ich da, ratlos, und ein paar herumlungernde Sorgen am Wegesrand behaupten, ich sei Teil von etwas ganz, ganz Großem. Ich gehe ich weiter, ohne Richtung, entwickele Bilder und Vorstellungen und mich selbst, immer vorwärts entlang des seidenen Fadens, ohne dabei über die Befürchtungen zu stolpern, die inflationär im Weg herumliegen. Neben mir wandern weitere Ersatzwahrheiten durch den Weltkopf. Sie wollen zum Stein der Weisen, um sich dort ihrer selbst zu vergewissern.