10.08.2015

Prinz Eisenherz rasiert sich nicht

Liebe Freunde fehlgeleiteter Frisuren.
Neulich klingelte der Nachbar-Nachbar an der Tür. Unaufgeregter Typ, so Anfang siebzig. Irgendwie hatte er mitbekommen, dass Tochter eins gerne Comics liest. In seinem Unruhestand war er gerade dabei, den Keller zu entrümpeln und die alten Spielsachen seines Sohnes, der mittlerweile auch schon fast 50 Lenze zählt, "aufzuräumen."  Die familiären Hintergründe dazu möchte ich mir jetzt nicht ausmalen. Jedenfalls ist er dabei auf einen Karton mit alten Comics gestoßen und dachte sich netterweise, dass das doch was für die Nachbarnachbarskinder wäre. Da stand er also vor dem Haus, mit dem randvollen Umzugskarton auf der Schubkarre: "Bitte schön. Durchsuchen, Rest wegschmeißen. Schönen Tag noch." So begab es sich also an diesem herrlichen Sonntagnachmittag, da Tochter eins gemeinsam mit Sohn eins der Nachbarsfamilie vor dem Haus Comic-Heftchen sortierten: ein Stapel "wollen wir beide", ein Stapel "will ich" (Tochter eins), ein Stapel "will ich" (Nachbars-Sohn eins), ein Stapel "will keiner." Nachdem die Beute verteilt war, trugen die Kinder ihre Meterware in die Häuser und verschwanden in den jeweiligen Leseecken. Übrig blieb der Stapel "will keiner", und den trug der, der innerfamiliär für die Restmüllentsorgung zuständig ist, brav zur Altpapiertonne.

04.08.2015

Abstürze und ein abstraktes Herzdefizit

Liebe Freunde abstrakter Scheiße.
Da haben wir ihn also, den Clowns-Monat. Steht man wie ein dummer August im Regen und hört jemanden sagen, dass er doch bitte die paar Biere da lassen soll. Und dann dreht man sich um und es liegen nur Papiere auf dem Tisch. Es muss euch nicht kümmern. Was euch aber kümmern sollte, liebe Freunde, ist der Oktober. Der Herbst wird nämlich bunt, und das neue Blackout-Büchlein erscheint im grandiosen Verlag GudbergNerger. Als kleinen Vorgeschmack auf dieses weltbewegende Ereignis, über das die Weltpresse, ich ahne es, den Mantel des Schweigens drücken wird, schicke ich euch liebe Grüße und farbige Botschaften hinein in euren Sommeralltag. Mögen sie euren Befindlichkeitsstatus verbessern, nicht zerrütten. Ein dreckiges Halbdutzend blitzsauberer Ausstreichbildchen mit 50-prozentigem Voyeurismusanteil: Ihr erfahrt, was ich nach dem Aufstehen mache, worüber ich ungern spreche - und dass die Kaffeeindustrie ohne mich ein Nischenmarkt wäre. Desweiteren gibt es eine Metapher, ein sanftes blaues Licht und - natürlich darf das nicht fehlen - irgendwas mit Liebe. Ihr wisst schon. In diesem Sinne: Lasst euch vom Sommer nicht erdrücken.