16.04.2014

Die Relevanz der Enttäuschung

Liebe Freunde progressiver Praxiserfahrung.
In seinem wunderbaren Werk "Der Schaum der Tage" schreibt Boris Vian: "Die hellsten meiner Tage verbringe ich damit sie zu verdunkeln." Das kann man ja auch auf Zeitungsartikel übertragen. Ihr wisst also, was euch erwartet. Wenn wir eins nicht losweden können, dann die Zukunft. Sie wühlt sich durch die Erde und schaufelt die Gegenwart nach hinten, unermüdlich. Was treibt sie an? Und was geschieht mit der Hoffnung, wenn einem die Ratlosigkeit aus der Hosentasche rutscht? Warum ist es eigentlich nicht erstrebenswert, normal zu sein? Hier gibt es wieder mal keine Antworten, sondern nur das sonderbare Aroma qualifizierter Fehlentscheidungen. In diesem Sinne: macht euch Notizen und werft viel Licht, dann wird der Schatten weniger.

08.04.2014

Licht (Basislage II)

Die Tage werden länger und heller. Ich schaue in die Sonne, klappe die Lider herunter und starre auf die dünne, rote Wand meines inneren Auges. Die Haut ruft einen Namen, und ich bin mir nicht sicher, was das Vibrieren bedeuten soll. Mein Gesicht kenne ich nur aus dem Spiegel. Und aus dem Lächeln in Laras Augen. Dann und wann wische ich mit der Hand hindurch und frage mich, ob diese Texturen wirklich meine sind. Die Erde zittert. Vielleicht sind es auch nur die Medikamente. Lara sagte, ich solle mich nicht so anstellen. Komm wieder runter, sagte sie. Ich weiß gar nicht wie das gehen soll: sich erden. Meine Beine schütteln den Kopf und stehen fest in der Luft. Lara sagte das wie jemand, der längst woanders ist. Wie jemand, der vergessen will. Der Körper besteht zum Großteil aus Wasser. Ich kann die Wellen spüren, wie sie von innen gegen die Haut klatschen und nicht raus können, niemals etwas überfluten werden. Dieses ewige Gejammer vom Gefangensein. Ein kleiner Schnitt, und das Jammern hört auf. Die Grenze ist geöffnet, und die Freiheit tröpfelt zu Boden. Es ist ein warmer Tag, ich friere noch nicht.