19.09.2012

In der Tiefe breit aufgestellt

Liebe Freunde spezialisierten Ausblendens.
Ihr seid vom Fach, richtig? Ihr wisst Dinge, die andere nicht wissen. Dafür wissen oder können andere etwas, das Euch unbekannt ist. Jede(r) kennt sich irgendwo aus. Das haben wir der Arbeitsteilung zu verdanken: Jeder Mensch macht, was er kann - für´s andere gibt´s den Nebenmann. Schließlich gibt es für jedes Problem eine Perfektion. Das eigene Talent, das Wissen und die Zeit, sich mit speziellen Dingen auseinanderzusetzen, stoßen schnell an ihre Grenzen. Ich finde Spezialisten und Experten toll. Nicht so toll finde ich, wenn es sich um Expertendarsteller handelt, die nur so tun als ob. Aber wer richtig was drauf hat, der verdient Respekt. Für Experten sind alle anderen oft maximal Halbprofis. Ich habe mal eine Serie neuer Blackouts zum Thema Spezialisten gemacht, weil ich finde, dass das Thema ziemlich gut zur Methode passt. Assoziativ gelockert fällt mir da folgende Gleichung ein: Spezialisten = Wissenstiefe = Ausblenden der Randgebiete = Blackout.

17.09.2012

19 Regeln für besseres Regeln

Liebe Freunde zündender Zehnpunktepläne. 
Von Karl Valentin stammt der Spruch: "Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen." Dem schließe ich mich nicht nur theoretisch an, sondern auch praktisch. Aber der Reihe nach. Die Welt ist voll mit irgendwelchen Manifesten, 10-Punkte-Plänen, Checklisten und Tipps für besseres Alles. Man kann sich mit den  "Zehn Regeln, den Mann fürs Leben zu finden" voll beschlauen und einen Partnerschaftstreffer landen, die abgefahrenen Hochzeitsfotos werden super, wenn man "Zehn goldene Lomo-Regeln" befolgt. Um nach den Flitterwochen wieder in den Alltag zu kommen, einfach die "Zehn Tipps sich selbst zu motivieren" befolgen. Und wenn die Partnerschaft nicht mehr so läuft, helfen "Zehn Tipps für stilvolles Trinken" dabei, sich artgerecht zu besaufen. Ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus will. Das ist nur eine Auwahl der ersten Google-Treffer zu den Suchbegriffen "Zehn Regeln" und "Zehn Tipps." Wer bei Google "10 ways to" eingibt, bekommt 115 Millionen Treffer. Die Suche nach "Manifesto" bringt es immerhin auf über 67 Millionen. Also gut. Wir wussten schon länger, dass Lebensratgeber und Standpunktpapiere boomen. Ja warum auch nicht. Es ist doch schön, wenn andere ihre Erfahrung komprimiert weitergeben - und mir damit Orientierung geben oder eine Lebenshilfe bieten, die mich vor blöden Fehlern schützt, mich schneller zum Ziel bringt oder mir einfach nur hilft, mir eine Meinung zu bilden. Wenn ich es denn möchte. Worauf ich hinaus will: Ich will auch mal so ein Regelheft machen, nicht immer nur andere lesen und (nicht) befolgen. Selber machen. Meine eigenen Regeln. Und die dann in die Welt rausposaunen. Vielleicht lesen und befolgen andere sie dann (nicht). Jetzt versteht ihr auch den Spruch von Karl Valentin, oder?