19.08.2012

Erneuerung und erwartbare Wunder

Liebe Freunde streichfeiner Worte.
Ein lauer Sommerabend, ein Glas Château Veltins, ein paar Stifte, die Zeitungen der letzten Woche und den Willen zum Wegstreichen. Mehr braucht es nicht, um sich in meditative Stimmung zu versetzen und das Papier zu recyclen, bevor es in der blauen Tonne verschwindet. Wen es interessiert, hier die Ergebnisse dieser hochsommerlichen Blackout-Sitzung, die dann doch eher eine Colour-Out-Sitzung geworden ist. Und nein, Kontakt zu Toten gab es keinen.

09.08.2012

Basislage (I)

Liebe Freunde schwarmintelligenter Fortsetzungsgeschichten.
Ich habe da mal eine Frage. Vielleicht könnt ihr mir helfen? Wenn ich diese Geschichte hier unten lese, also besser gesagt diesen Anfang, diese Mitte oder dieses Ende einer Geschichte, dann weiß ich einfach nicht, was da passiert ist. Ich kann mir keinen Reim drauf machen. Habt ihr eine Idee, was da geschehen sein könnte? Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
...

Ein Rauschen. Das ist das erste, was ich höre. Noch bevor ich die Augen aufmache. Das Rascheln im Wind gegeneinander schlagender Blätter. Dann kommt der Schmerz. Er drückt mich zu Boden. Neben dem Blätterrauschen ein zweiter Ton, kaum vom ersten zu unterscheiden. Etwas gedämpfter. Fast wie am Meer, denke ich und spüre den warmen Sand unter mir, das Wasser, das meine Füße umspült. Für einen Moment fühle ich mich wohl. Ich spüre die Vibration der Äderchen in meinen Schläfen. Blut pocht, rauscht an meiner Ohrmuschel vorbei. Wenigstens lebe ich noch. Der warme Sand verschwindet, die Feuchtigkeit bleibt. Es riecht nach Erde, nach Moos und Morast. Und nach Urin. Über mir ziehen ein paar Haufenwolken mit schimmernden Kuppeln durch den Himmel, treiben als bizarre Gebilde durch die Luft.

01.08.2012

Niemals falsch.

(c) Mike Monteiro
Liebe Freunde produktiver Fehlentscheidungen.
"Durch Fehler wird man klug, darum ist einer nicht genug." Dieser Schenkelklopfer meines Vaters ist zu einem Lebensohrwurm geworden. Aber das Hintergrundsurren nehme ich in Kauf, denn es ist ein Satz, den ich immer mal wieder gebrauchen kann. Heute mehr denn je, denn ich habe das Gefühl, dass die kulturelle Akzeptanz von Fehlern gegen Null geht. Etwas falsch zu machen, wird in einer an Perfektion  ausgerichteten Welt zur Todsünde. "Menschliches Versagen" wäre ein schöner Titel für die Bibel der Menschmaschinen, die in ferner Zukunft die Weltherrschaft an sich gerissen haben werden. Perfektion ist das Mantra der Menschen, die versuchen den Maschinen nachzueifern. Und die Betonung liegt auf "versuchen", denn das ist ein Ziel, das nie erreicht werden kann.