29.05.2012

Da ist der Sonntag von runter.

(c) Jürgen Müller
Liebe Freunde des gepflegten Äußeren.
Meine Mutter sagte früher immer: „Bei Matratzen und Schuhen sparst du am falschen Ende. Auf den einen und in den anderen verbringen wir die meiste Zeit unseres Lebens.“ Das sollte uns doch einen tieferen Griff in die Tasche wert sein. Hat ja auch mit Sichwasgönnen zu tun. Und mit fortschreitendem Alter auch mit Gesundheit. Und wenn sie verschleißen? Die teuren Schuhe zerkratzen? Der Hemdkragen aufribbelt? Die Hose abgewetzt ist und immer dünner wird? Was soll’s!? Gute Dinge sind da, um erlebt zu werden. Und wenn das Spuren hinterlässt, umso besser. Manche Sachen sehen einfach erst richtig gut aus, wenn sie eine Zeit lang benutzt wurden. Nicht alle, aber manche.

21.05.2012

Creative Cleptomaniac

Liebe Freunde radikalparasitärer Kreativität.
Es gibt kein Original. Jedes Original ist die Kopie eines anderen Originals, das eigentlich auch nur eine Kopie ist. Könnte man meinen. Man könnte aber auch sagen: Es gibt viel mehr Originale als wir vermuten. Und was heißt das praktisch? Sekundär. Erst einmal die Theorie. Eine Kopie ist eine Reproduktion, ein Plagiat, eine Imitation, eine 1:1-Wiederholung von etwas, das es bereits gibt. Ein Original wird es erst dann, wenn man seine eigenen kreativen Schnipsel hinzuaddiert, wenn man aus Vorhandenem, das man liebt, gut findet, bewundert, etwas Neues macht - mit seiner eigenen Handschrift. Mash-Up, Remix, Transformation - nennt es, wie ihr wollt. Das Ganze ist mehr als die Summe der einzelnen Teile. Ich freue mich ziemlich, denn lange habe ich nach einer Begründung gesucht, warum 1+1 tatsächlich 3 ergibt. Jede Person, die das nicht glaubt, sehe sich bitte das Begleitbild zu diesem Post an und stelle sich die Frage, wie viele Linien da zu sehen sind? Ich könnte mir vorstellen, dass die meisten sagen: zwei. Der geneigte Besserwisser lehnt sich dann entspannt zurück, grinst allwissend in der Gegend herum und sagt süffisant: "Und was ist mit der roten Linie zwischen den beiden weißen?"

10.05.2012

Dear Catastrophe Waitress!

Quelle: http://www.miss-geschenke.de
Liebe Freunde kneipenlustiger Schenkelklopfer. 
Ja sicher, Thekenwitze gibt es zum Gähnen viele. Aber Thekenkomik ist etwas anderes, wie ich finde. Daher möchte ich Euch die folgende Geschichte nicht vorenthalten. Die ist schon ein Weilchen her, aber das mindert die Alltagsabstrusitätsqualität nicht im geringsten. Außerdem hat sie mir damals den Abend versüßt, und als ich jüngst wieder dran dachte, erneut. Doppelfreude. Also bitte.
Wir saßen in so einer Bar, und um einen Überblick über die Finanzen zu behalten und uns ein wenig in trinktechnischer Selbstdisziplin zu üben, bezahlten wir jedes Bier direkt bei der Bestellung. Anders als die meisten hier, die in den Sitzgrüppchen verteilt ihre Getränke auf Deckel schrieben ließen. Wir waren zu zweit. Eine Freundin und ich saßen auf einem der Sofas, redeten über die Erlebnisse der Zwischenzeit und wechselten uns mit dem Bierholen ab. Als ich zum zweiten oder dritten Mal zur Theke ging, um die leeren gegen zwei volle Flaschen einzutauschen, lief das Gespräch ungefähr so ab: