01.08.2017

Irgendwie irre irritiert

Liebe Freunde wackeliger Wahrheiten.
Horst-Hubert hortet hundert Hortensien. Ich bezweifle, dass dieser Satz schon irgendwo existiert. Er ist also besonders, wenn auch möglicherweise sinnlos. Wie so vieles. Unnötiges Zweifeln, zum Beispiel. Das ist nicht nur sinnlos, sondern insbesondere nach 18 Uhr auch gesundheitlich problematisch, da es sonst zu Iritationen kommt. Ganz zu schweigen von den Schlafproblemen in der Nacht und den Wachbleibproblemen am Tag darauf. Dennoch ist mein Irritationsfaktor in dieser gesellschaftlich komischen Zeit relativ hoch. Jede Meinung wird zur Wahrheitsbehauptung hochgejazzt. Alles, was nicht dem eigenen Weltbild entspricht, wird diskreditiert. Und die Wahrheit knirscht, während sie versucht, sich selbst zu überzeugen. Wenn im Netzwerk wieder mal ein Ätzzwerg hetzt und das Netzwerk über das Hetzwerk vom Ätzzweg schwätzt, frage ich mich überdurchschnittlich häufig, ob die Aufmerksamkeitsspanne, die Empathie oder die Intelligenz mancher Leidgenossen (inklusive mir selbst) tatsächlich größer ist als die einer Dose Ravioli. Es geht ja auch alles viel zu schnell, jede Information ist nur der Vorgänger der nächsten, während die Menge der Informationseinheiten zunimmt, bleiben die Zeiteinheiten gleich. Der Kopf kommt nicht hinterher, die Seele schon mal gar nicht. Kein Wunder, dass man sich zeitknapp fühlt. Und überfordert. Mit einem zärtlich dahingehauchten "Dafuque" in alle Richtungen macht man heutzutage selten etwas verkehrt, auch wenn´s nichts bringt. Und parallel dazu friemelt man in einem Wattebausch herum, um die Geräusche der Welt zu filtern, die als echte und falsche Neuigkeiten aus der Dunkelheit ins Haus tropfen.

Während man in den sogenannten Vierwändern herummäandert wie eine Endmoräne, zerrt man sich nicht selten den Toleranzmuskel. Anderseits unterstützt bloßes Herumsitzen lediglich das Problem. Auch doof. Also ist der Plan, sich irgendwann mal mit den verschiedenen Varianten des "Irgendwann" zu beschäftigen. Vielleicht morgen, beruhige ich mich. Aber auch das Morgen ist nur der Ort der letzten Ausharrenden, die ewig zu spät kommen. Die Grenze zwischen Aktionismus und Aussitzen ist fließend.

In diesem Sinne: Glaubt nicht alles, aber glaubt an etwas. Bleibt massenhaft individuell. Werdet irre, denn "normal" ist lediglich eine Einstellung an technischen Geräten. Aber vor allem: Inhaliert die Textverdunkelungen der letzten Wochen. Je nach eigener Stimmungslage wirken sie konfusionsbeschleunigend oder laden zum Verweilen auf den harten Holzbänken der Selbstreflexion ein. Kann auch mal helfen. Schönen Restsommer, Ihr wackeligen Wahrheiten.












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