04.05.2017

Rapid Eye Movement

Liebe Freunde zügiger Zeit.
Abwesenheit ist kein Zeichen mangelnder Nähe. Aber das wollte ich gar nicht sagen. Stattdessen hat mir die Zeit mal wieder ein Gespräch aufgeschwatzt. Es begann mit dem Blackout "Das Leben im Zeitraffer", das mich einmal mehr daran erinnert hat, dass vieles schon zu Ende ist, bevor es überhaupt losgeht. Auf den zweiten Blick ist aber zwischen den schwarzen Balken genügen Zeit, um freudig umherzutänzeln und die Tage so zu verbringen, dass man hinterher denkt: sinnvoll, zumindest nicht verschwendet. Nach dieser Textverdunkelung ging es aber weiter, und zwar mit der Vorstellung, dass mir mein Unterbewusstsein eine Nachricht geschrieben hat, zusammen mit einem "angeblichen" Screenshot einer Traumsequenz.

An sich ist das ja auch noch kein besonderes Vorkommnis, aber über den arroganten Tonfall dieser Notiz kann man sich schon aufregen, finde ich.


"Lieber Dirk. Anbei ein Screenshot Deiner letzten REM-Phase aus der Nacht vom ersten auf den zweiten Mai. Ganz ehrlich, Du solltest an Deinen Träumen arbeiten. (Und an Deiner Körperhaltung. Und Deinem Gesichtsausdruck. Aber anderes Thema.) Ich will auch mal karibische Strände und hohe Berge verarbeiten dürfen, nicht immer so enge Kopfinnenraumzwänge und blöde Blicke in die Überwachungskamera des Hinterhirnzimmers, wenn Du eine Challenge vermasselt hast oder kurz davor bist, das zu tun. Reiß Dich mal zusammen. Herzlich (haha), das Unterbewusste (i.A. Jürgen)."
Damit war es aber auch noch nicht genug. Denn diese Notiz meines Unterbewusstseins - der Name Jürgen war mir bis dahin nur aus anderen Kontexten bekannt -, hat mich an einen kleinen Text erinnert. Genauer: an meine erste Veröffentlichung in einem Büchlein, das 2001 erschienen ist. 2001. Gefühlt ein halbes Jahrundert her. Ich war kurz vor 27, kurz vorm Uni-Abschluss und kurz vorm Stadtwechsel. Daraufhin habe ich diesen alten Text nochmal hervorgekramt. Ich erspare Euch die ganzen Retroinjektionen, die mit diesem Text verbunden sind, den Rückfall in alte Zeiten. Den Text selbst möchte ich Euch zumindest nicht vorenthalten. Wer also möchte, wer Zeit und Lust und Nerven hat, hier, bitte schön: Rapid Eye Movement. Eine kurze Geschichte aus den Anfängen dieses Jahrtausends. Aber bitte nicht zu dolle fremdschämen.

In diesem Sinne, genießt die Tage, die Tagesrandzeiten und die Nächte. Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss den Himmel küssen und an meiner Karriereleiter nagen.

Rapid Eye Movement


Es ist nicht schwer, sich zu besaufen, wenn man bedenkt, dass der Sinn einer Happy Hour nicht darin besteht, für die Getränke nur die Hälfte zu bezahlen, sondern das Doppelte zu trinken. Also, wer etwas mit Alkohol anfangen kann, für den ist es wirklich nicht schwer, sich zu besaufen. Die Kunst ist nur, am anderen Tag mit den Nachwirkungen fertig zu werden.

Ein Abend voller Promille war endlich zu Ende. Wir lagen im Bett, erst seit kurzem, aber froh darüber. Nach einer Ewigkeit kam das Karussell zum Stillstand. Die Welt drehte sich nicht mehr. Gerade wollte ich in die Nacht versinken, als sie plötzlich aufstand und ins Bad torkelte. Ohne es zu wollen summte ich die Nationalhymne, um ihre Kotzgeräusche zu übertönen, die durch die dünnen Wände ins warme Bett gebrochen kamen. In meinem kalten Gesicht spürte ich einen Anflug von Dummheit und kannte keinen Unterschied mehr zwischen Liebe und Kummer. Als sie sich wieder hinlegte, konnte ich zwei Dinge nicht mehr: schlafen und sie küssen. Still lag mein Körper im Dunkeln, und erst nach einiger Zeit merkte ich, dass meine Augen offen waren. Das Unwohlsein fesselte mich an die Horizontale. Mir war schlecht, aber nicht etwa, weil ich so dicht war, sondern weil ich schon den ganzen Abend an dieses Bild denken musste. Irgendwie hatte ich das den Tag lang verdrängt, aber mit dem Alkohol kam es wieder, und jetzt ließ es mich nicht mehr los.

Stunden später ist das Zimmer ruhig und hell. Jemand dreht sich im Bett, zuckt zusammen als mit einem Knacken der viel zu laute Radiowecker einschaltet. Ein Arm streckt sich aus dem Bett, ortet den Lärmherd und fällt haltlos auf den Apparat. Still zieht sich die Hand zum Körper zurück, während die andere auf der Bettseite tastend nach dem Partner Ausschau hält. Eine verborgene Stimme, noch ungeübt nach langer Sprachlosigkeit, murmelt ins Kopfkissen: „Martin?“ Nach kurzer Pause klarer und fragender: „Martin?“ Ohne Antwort steht sie auf, wankt aus dem Zimmer in die Küche, dort lauter: „Martin?“ Keiner da.

Ich war nicht mehr da, konnte nicht länger bei ihr sein, bin nach Hause gegangen, um im eigenen Bett zu schlafen. Und um etwas auszuprobieren. In der Nacht zuvor habe ich mir vor dem Einschlafen noch kurz etwas notiert und dann den Zettel auf den Nachttisch gelegt. Später habe ich noch mal das Kopfkissen ausgeschlagen. Dabei muss der Zettel irgendwie ins Bett und unters Kissen geweht sein, anders kann ich mir das nicht erklären. Am Morgen habe ich den Zettel entdeckt, er lugte halb unter dem Kissen hervor, zerknittert. Das erstaunliche war, dass auf dem Papier nicht nur meine Notizen zu sehen waren, sondern quer über das ganze Blatt eine gezackte Linie, die ein wenig an die Ausschläge eines Seismographen erinnerte. Ich war mir sicher, dass die am Vorabend noch nicht da war. Das erste Erstaunen wich der Routine, denn schließlich lag wieder ein Tag vor mir, der gemeistert werden wollte. Ich hatte auch noch andere Probleme, zum Beispiel, mir einen Job suchen. Mein Studium hatte ich gerade beendet und das Geld war ziemlich knapp. Aber die Berufswahl ist ein frustrierendes Ereignis. Ein ständiges Suchen ohne Finden, wenn man mehr als zwei Minuten über die Möglichkeit einer dauerhaften Tätigkeit nachdenkt. Darüber habe ich die Geschichte halt vergessen und bin erst am Abend wieder drauf gekommen, nach dem fünften oder sechsten Bier. Schon da wollte ich eigentlich nicht bei Laura schlafen, aber bei den vielen Promillen im Blut war ich über einen kürzeren Weg ins nächste Bett sehr dankbar. Ich bin dann nach Hause, weil mich diese Sache nicht losließ, und habe mir ein Blatt Papier unters Kopfkissen gelegt, um herauszufinden, was es mit diesem Zackenmuster auf sich hat. Und tatsächlich. Morgens, noch im Halbschlaf, tastete ich die obere Bettregion ab und griff im dünnen Licht der durch die Vorhänge hereinscheinenden Sonne nach dem Zettel. Da war wieder so eine Linie. Genau wie die erste, nur das Muster war ein anderes: andere Ausschläge, andere Knicke, nur wenige gerade Linien.

So habe ich das damals mitgekriegt. Es hat dann auch noch einige Wochen und ein paar Dutzend Blätter gedauert, bis ich zum Arzt gegangen bin. Sowas ist ja nicht normal. Damals hatte ich auch Angst, mit irgendwem darüber zu reden. Ich habe mich zunächst meinem Tagebuch mitgeteilt. Schon lange hatte ich da nicht mehr hineingeschrieben. Der letzte Eintrag war über fünf Monate alt, und die Notiz, die auf diesen folgte, sollte mein Leben verändern. You only call me when you´re sad, hätte man das Büchlein reden hören können, als sich die erste freie Seite wie von selbst aufschlug, um Blei zu schlucken. Von da an hatte ich fast in jeder Nacht ein Blatt Papier unterm Kissen.

Als ich nach zwei, drei Wochen endlich zum Arzt ging und ihm einige der gemusterten Zettel unter die Nase hielt, schaute er mich nur verwundert an und verwies mich an einen Kollegen. Wenigstens hielt er mich nicht für verrückt, was ich von mir nicht behaupten konnte. Was für ein Glück ich doch hätte, dass sich sein befreundeter Kollege mit ebensolchen Phänomenen beschäftige und noch dringend Probanden suche, um seine Theorie zu bestätigen.

„Was für eine Theorie?“, fragte ich, und der Doktor deutete nur auf die Papiere, die er wie Röntgenbilder in der Hand hielt. „Na die Theorie über das Traumschreiben.“ Noch am gleichen Tag rief ich bei Dr. Fried an, um mir schnellstmöglich einen Termin geben zu lassen. Zunächst teilte mir eine freundliche Frauenstimme mit, dass ich erst in drei Wochen vorbeikommen könne, aber als sie hörte, worum es ging, hatte ich ganz schnell den Doktor selbst am Telefon und schon am anderen Morgen war ich bei ihm in der Praxis. Er las das Anschreiben, das mein Hausarzt mir in einem verschlossenen Umschlag mitgegeben hatte und warf anschließend einen flüchtigen Blick auf die Musterzettel.

„Sehen Sie“, begann er beiläufig, „ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit diesem Phänomen, aber meine Arbeiten finden kaum Beachtung. Alle halten mich für einen Spinner, aber dank Ihnen wird sich das ändern.“ Er lächelte, mir war mulmig.
„Entschuldigung Herr Doktor, aber hier geht es um mich! Bei allem Respekt, was mich interessiert ist nicht Ihre wissenschaftliche Reputation, sondern folgendes: Was geschieht gerade mit mir? Von welchem Phänomen reden Sie genau? Bin ich krank, und wenn ja, können Sie mir helfen?“

„Oh, verzeihen Sie, aber ich war so überwältigt von Ihren Bildern.“
„Schön und gut“, gab ich zurück, „aber was ist das genau?“
Dr. Fried stand auf, bat mich auch aufzustehen und geleitete mich hinaus, als hätte er noch einen wichtigen Termin. „Kommen Sie morgen um neun wieder. Dann erkläre ich Ihnen alles. Und bringen Sie auch das Papier mit, das Sie heute Nacht unter Ihr Kopfkissen legen.“
Noch bevor ich das alles realisiert hatte, schloss er hinter mir die Tür zu seinem Sprechzimmer. Vorstellen konnte ich mir eigentlich schon, was mit „Traumschreiben“ gemeint war, nur so richtig erklären konnte ich es nicht. Das Bild, das ich vor Augen hatte, als ich Dr. Frieds Praxis zum ersten Mal verließ, habe ich noch heute genau im Kopf. Es ist seitdem ein Poster im Gehirn, eines von den wenigen Bildern, die ständig abrufbereit sind.

Am anderen Tag stand ich schon um halb neun in seiner Praxis, musste dann aber noch eine halbe Stunde warten, bis Dr. Fried endlich kam. Er sah mich und schickte mich in sein Zimmer: „Gehen Sie schon rein, ich bin gleich bei Ihnen.“
Nach einer weiteren Viertelstunde stürzte er ins Zimmer. „Tut mir leid, aber ich musste noch schnell etwas aufschreiben, das habe ich gestern nicht mehr geschafft. Es hat mit Ihrem Fall zu tun.“ Er legte eine Aktenmappe auf den Tisch, setzte sich hin und lehnte sich zurück. „Ich habe mir Ihre Unterlagen mal angesehen. Sehr interessante Geschichten sind das.“
Der Doktor öffnete die Mappe und blätterte die Papiere durch. Auf mein Stirnrunzeln klappte er die Mappe wieder zu und entgegnete: „Also gut, von Anfang an. Das Traumschreiben ist eine noch sehr junge Wissenschaft, nicht zu verwechseln mit der Traumdeutung, obwohl es da schon Parallelen gibt. Der Unterschied ist der: bei der Traumdeutung erzählt der Patient seinen Traum, und der Arzt deutet diesen und zieht seine Schlüsse über die Psyche des Analysierten. Beim Traumschreiben hingegen fließen die Träume in Echtzeit auf das Papier und werden anschließend ausgewertet. Die Fehlerquelle ist sehr viel geringer, weil die Träume direkt aus dem Kopf kommen und nicht durch den Mund des Patienten.“
Mit großen Augen sah mich der Doktor an. Ich hatte trotzdem noch meine Bedenken.
„Wie ist das physikalisch denn überhaupt möglich?“
„Nun ja, wie gesagt, es ist noch eine sehr junge Wissenschaft. Viele Bereiche sind noch nicht erforscht, aber meine Theorie ist folgende.“ Dr. Fried lehnte sich zurück, nahm seine Brille von der Nase und legte sie vorsichtig auf den Schreibtisch. „Sie müssen sich das so vorstellen. Irgendwo im Kopf ist etwas, das alle menschlichen Regungen spürt. Irgendwo im Kopf weint jemand ohne Unterbrechung, oder lacht oder tanzt oder friert oder liebt – und das mit einer so hohen Energie, dass die Empfindungen aus dem Kopf hinausstrahlen. Gerade im Schlaf merkt man das besonders gut, weil der Mensch sich dabei nicht mit anderen Dingen beschäftigt, sondern eben schläft und träumt.“

So ganz einleuchtend klang das nicht.
„Und wieso sieht man diese Energie nur auf Papier und nicht auch auf dem Bettlaken oder dem Kopfkissen? Wieso klebt man den Menschen keine Elektroden an den Kopf, wie es bei der Gehirnstrommessung gemacht wird? Und warum äußert sich diese Entladung in Form einer gezackten Linie?“
Dr. Fried stand auf, ging zum Fenster und sah nach draußen. „Erstens ist Papier das Material, auf dem üblicherweise geschrieben wird, und das weiß man auch im Schlaf. Zweitens ist eine elektronische Messung der Träume nicht möglich, weil man damit zwar die Gehirnaktivitäten messen kann, aber die sagen noch lange nichts aus über den Inhalt der Träume. Deswegen war es ja auch nötig, eine neue Disziplin zu etablieren. Und drittens ist die gezackte Linie nicht die einzige Form, in der sich die Träume aufschreiben. Eigentlich ist sie sogar eher die Ausnahme. Die Träume der meisten Menschen, die ich kenne, sehen aus wie wild hingekritzelt. Symmetrische Anordnungen, wie Linien, Zackenmuster oder Kurven sind dagegen eher selten.“
Er drehte sich zu mir herum als erwartete er die nächsten Vorbehalte. Doch mir fielen keine mehr ein, obwohl mich auch diese Antworten nicht sehr überzeugten. Das ganze war so verwirrend, dass ich nur stumm zu ihm aufblickte.
„Ich sehe schon“, sagte er und setzte sich wieder hin und seine Brille auf die Nase, „ich kann Sie nicht überzeugen. Vielleicht denken Sie auch, dass ich ein Spinner bin. Machen wir es so. Ich zeige Ihnen einige Ihrer Traumbilder und Sie sagen mir, ob Sie sich an etwas erinnern können. Das sollte doch vorläufig als Beweis genügen.“

„Aber wie soll ich denn bitte schön diese Linien interpretieren? Ich weiß doch gar nicht, was das alles bedeuten soll!“
„Das habe ich für Sie getan, das ist ja schließlich auch meine Aufgabe, ich analysiere Ihre Träume und schreibe sie auf. Es gibt da einige Methoden.“ Er nahm wieder die Mappe vom Schreibtisch und öffnete sie mit der gleichen Handbewegung wie einige Minuten zuvor. Während er die Papiere durchblätterte, zählte er auf: „Zum Beispiel hier. Sie, schwerelos in einem Raum mit lauter umherfliegenden Stühlen.“ Er blätterte weiter. „Oder das hier. Auf der Flucht laufen Sie so schnell Sie können durch einen dichtbewachsenen Wald. Von überall kommen riesenwurmgeformte Hochgeschwindigkeitszüge und Sie müssen aufpassen, dass Sie nicht überfahren werden. Sehr interessant. Im übrigen ist ein Thema, das desöfteren wiederkehrt, ganz normale Alltagssituationen, in denen Sie eine Gefangenenkugel um den Fuß tragen. Sehen Sie.“ Er legte vier der Zettel nebeneinander auf den Schreibtisch und zeigte mir die Ähnlichkeiten der Ausschläge.

„Und das alles erkennen Sie an diesen komischen Mustern?“
„Dieses ´komische Muster´, lieber Herr Bichtel, ist ein Traumogramm, ein sogenanntes TG. Und ja, daran lässt sich so einiges erkennen.“
Im ersten Moment fühlte ich mich ein wenig verarscht und suchte den Raum nach versteckten Kameras ab, aber die findet man ja eher selten. „Traumatogramm!? Haben Sie das Wort erfunden?“
„Ja, wenn Sie so wollen bin ich ein Mensch, der sich mit aller Kraft für den Fortschritt dieser Disziplin einsetzt. Und übrigens: es heißt ´Traumogramm´.“
„Hm, ist ja auch egal, jedenfalls interpretieren Sie also diese Linien und schreiben auf, was ich geträumt haben könnte?“ – „Nicht, was Sie geträumt haben könnten, was Sie geträumt haben. Oder stimmt es etwa nicht, was ich Ihnen gerade erzählt habe?“
„Doch, irgendwie schon, einige Sachen kommen mir bekannt vor.“
„Na sehen Sie“, beruhigte mich der Arzt. Ich gab meinem Unglauben noch eine letzte Chance: „Schön und gut. Aber wenn das ein Traumogramm ist, wo oder was ist dann der dazugehörige Traumograph, der diese Bilder aufzeichnet?“ Dr. Fried zuckte für den Bruchteil einer Sekunde leicht nervös zusammen. „Naja, das ist auch noch nicht erwiesen, aber daran wird intensiv gearbeitet. Gegenwärtig werden verschiedene Meinungen vertreten. Die prominenteste ist die Strahlungsintensitätshypothese. Danach korreliert die Strahlungsenergie des Kopfes mit der Intensität und dem Inhalt der jeweiligen Träume. Aber das zu erklären würde zu weit führen. Ich kann Ihnen da ein gutes Einführungsbuch empfehlen...“
Ich unterbrach ihn. Auf Wissenschaft hatte ich jetzt nicht so richtig Bock. „Ich komme später vielleicht darauf zurück, danke. Aber mit welcher Methode interpretieren Sie dieses Schema?“
„Mit meiner eigenen“, antwortete Dr. Fried, „soviele gibt es da nicht, wie gesagt, die Disziplin steckt noch in den Kinderschuhen. Aber ich werde versuchen, Ihre Skepsis weiter zu verringern.“

Er fragte mich, ob ich den Zettel von letzter Nacht mitgebracht hätte. Ich zog ihn aus meiner Hemdtasche und schob ihn über den Tisch. „Sehen Sie hier.“ Während der Doktor die Linien deutete und sie dabei mit dem Kugelschreiber für mich nachvollziehbar verfolgte, erzählte er mir, welcher Traum sich in dieser Nacht meines Kopfes bemächtigt hatte. Irgendwie kam er mir vor wie ein Künstler, der sein Werk erklärt. Aber durch dieses Erklären wird das Werk überflüssig und der Künstler verliert seinen Status. Das behielt ich aber für mich, um Dr. Fried nicht zu verärgern. Zuguterletzt gab er dem Bild noch einen Titel. Er nannte es „Die Anatomie eines Unfalls“. Dann schaute er auf die Uhr, gab mir zu verstehen, dass er auch noch andere Patienten habe und verabschiedete mich mit dem Hinweis, dass er meinen Traum von letzter Nacht niederschreiben und mir schicken wolle. Ich verließ die Praxis mit keinem guten Gefühl. Als ich am Morgen aufgestanden bin, habe ich mir jede Mühe gegeben, mich an meinen Traum zu erinnern. Und einiges von dem, was der Doktor erzählt hatte, kam mir sehr bekannt vor. Aber richtig glauben konnte ich das alles noch nicht. Zwei Tage später lag ein Brief von Dr. Fried in meinem Postkasten:
Sehr geehrter Herr Bichtel,
anbei finden Sie die Verschriftlichung Ihres Traumes vom 21.05. diesen Jahres. Nach gründlicher Analyse der Aufzeichnungen, habe ich folgenden Traum aus den Daten extrahiert. Bitte rufen Sie doch wegen eines neuen Termins in meiner Praxis an.
Mit freundlichem Gruß
S. Fried

Die Anatomie eines Unfalls
Die Hand streckt sich aus in die Finsternis, daran ein Arm, daran ein Körper. Dunkelheit verschluckt den knappen Meter Extremitäten. Irgendwo ist die Lichtgrenze, kaum definierbar. Die einzige Sicherheit ist das Gefühl, dass die Finger zum eigenen Leib gehören: sie sind noch spürbar. Aber dieses Gefühl kann täuschen, denn es entsteht nur aus der Macht der Gewohnheit. Sicher kann man sich da nie sein. Gestört wird die dunkle Ruhe durch ein Stechen im Kopf, mehr so im Ohr, ein Jucken, das bei Berührung zu Schmerz wird. Dann wird der Schmerz zur Qual, unerträglich, wird lauter und heller. Eine gelblich-weiße Zähflüssigkeit mit rötlichem Beigeschmack verlässt den Gehörgang. Auslaufende Gehirnmasse auf ihrem Weg in die Freiheit. Was will sie da? Das Denken geht milchglasklar seinem Ende entgegen. Der langsame Tod zögert sich der Spannung halber noch mehr hinaus. Das Sehnsuchtszentrum wird immer lahmer und kommt nach kurzer Zeit vollständig zum Stillstand. So ist das nur viel zu oft, dass die Sehnsüchte schmilzen, bevor sie sich zu etwas verdichten können. In einem Anflug von langweiligem Hass zerstöre ich den Fernseher. Es beruhigt mich nicht, weil das Fernsehen als anerkanntes Medium diesen Angriff überlebt. Der Raum füllt sich mit Rauch. Einen kleinen Holzstuhl zerdrücke ich mit bloßen Händen. Ich liebe die Wut, ich wünschte, sie gehörte mir. Aber bald wird sie verschwinden, wie alles. Es ist zum Aus-der-Haut-Fallen. Ein weiterer Moment fräst sich ins gemütliche Daunengehirn und in der nächsten Sequenz spreche ich von mir in der dritten Person. Der mikroskopische Gelegenheitsrebell holt sich eine Nagelfeile aus dem Bad, legt entspannte Musik auf und beginnt, mit der Feile die Schneidezähne zu bearbeiten, bis sie rattengleich zum effektiven Werkzeug werden. Dann legt er, immer noch entspannt, die Feile beiseite, kniet sich vor den Tisch und nagt am Holz der Tischbeine. Nach vollbrachtem Werk sinkt das chaotische Torso in erschöpften Schlaf und wundert sich am anderen Morgen über das Wetter und über die Zahnschmerzen. Wie immer gibt es Wichtigeres, zum Beispiel schreibt das Leben Nahrungsaufnahme vor. Also: kurzes Kopfschütteln, ab in die Küche, zum Frühstück den eigenen Belag von der Zunge kratzen und auf ein steintrockenes Brot schmieren, dann, weil immer noch hungrig, mit dem Käsehobel am Gesicht entlangfahren und die nächste Scheibe Brot mit einer saftigen Hautschicht belegen. Danach den Tag beginnen, wie immer.
Fassungslos starrte ich auf das Papier. Nach kurzem Durchatmen entwich der Gedanke: Ist der Mann Arzt oder Hobby-Schriftsteller?
Das war der erste Brief von Dr. Fried. Von diesem Zeitpunkt an hatte ich zwei Tage nach jedem Besuch ein neues Schreiben im Postkasten, immer ein freundlicher Brief und als Anlage die nächste Interpretation meiner Traumlinien. Dunkel konnte ich mich sogar an einige Passagen erinnern, aber die hätte ich, wenn ich sie selbst hätte aufschreiben müssen, wahrscheinlich anders formuliert. Nunja, das war sein Job, und so ließ ich ihn machen. Ich weiß nicht, ob es eher eine Therapie für mich war oder eine Schule des Schreibens für ihn. Zwei Briefe fand ich besonders interessant, einen vom 2. Juni und den danach, eine Woche später.

Sodom
Wie nichts Gutes stehen sich zwei Menschen gegenüber, sehen sich mehr überrascht als verzweifelt an. „Sind wir die einzigen, die das hier überlebt haben, oder was?“ – „Glaub´ schon.“ Und in der Tat sind alle anderen durch diesen Anschlag getötet worden, liegen Leichen überall herum, und es scheint in den Ecken, die das Auge nicht erreicht, nicht anders zu sein. Wenn die hier alle berühmt gewesen wären, würde man wohl sagen, sie seien einem Attentat zum Opfer gefallen, so aber müssen wir uns eingestehen, dass sie einfach nur umgekommen sind. So ist das mit den Worten: die Sprache steht in Diensten der Bedeutungen, und in den Worten der Sprache zerbersten die Menschen. Zwei Menschen gehen weg, verlassen alleingelassen das Chaos und drehen sich nach ein paar hundert Metern noch mal um, haben aber gar nicht erst die Gelegenheit, zu Salzsäulen zu erstarren, denn passend zur Körperdrehung ertönt ein Knall nach dem anderen und beim vierten oder fünften oder sechsten sinken beide langsam zu Boden, reihen sich ein in die Anonymität einer Grabinschrift, während die Lebensflüssigkeit teils in den Boden sickert, teils an der Oberfläche viel zu schnell zu verkrusten beginnt. Überwältigt wird die Situation durch eine gespannte Ruhe, so ungefähr wie Fassungslosigkeit, weil: wir haben bis zur Neunzigsten eins null geführt und in der Nachspielzeit noch zwei Buden reingekriegt. Der sicher geglaubte Sieg. Und was die beiden Menschen nicht mehr merken ist, dass sie die einzigen sind, die bei dem Anschlag ermordet wurden. Die anderen hatten sich einfach tot gestellt und stehen nun langsam wieder auf, als ob die Schüsse ein Weckruf für sie war. Sie kriechen aus ihren Verstecken hervor und infizieren sich gegenseitig mit einer neuen Normalität. Fast gelingt es. Dann erblicken sie die beiden Toten und beginnen, das Geschehene zu kommentieren. Sobald man sich die Welt aneignet, erdrückt sie einen.

Alien Flesh and Misplaced Sympathy

Mit Höllengeschwindigkeit knallt der Rettungswagen die Auffahrt zum Krankenhaus hoch und kommt vor der Notaufnahme mit quietschenden Reifen zum Stehen. Die Sanitäter springen hektisch aus dem noch kaum zum Stillstand gekommenen Wagen, öffnen die Heckklappe und ziehen die Trage heraus, auf der eine Frau bewusstlos liegt. Auf Rollen geht´s ab ins erste Untersuchungszimmer. Auf dem Weg fragen die Ärzte nach einer ersten Diagnose und der Fahrer gibt bereitwillig Auskunft. Überdosis. Die Frau ist absolut vollgepumpt mit Sperma. Der Arzt wird nervös, gibt den von der Nachtschicht schon gezeichneten Schwestern und Pflegern Anweisungen. Sofort alles vorbereiten. Schnell. Wir müssen den Unterleib auspumpen, vielleicht hat sie dann noch eine Chance. Und während das Spermamonster Kilometer entfernt müde seinen Saft vermisst und entspannt einschläft, wird der zur Patientin gewordenen Frau gerade eine Sonde gelegt, dann ziehen sich die Vorhänge der Notaufnahme zu. Alles weitere ist nicht für fremde Augen bestimmt, die Chancen stehen fünfzig fünfzig. Am Morgen wird der übermäßige Abspritzer wach, sieht sich um und stellt fest: keine neben ihm, war wohl doch kein Traum. Macht sich gemütlich frisch für den Tag und summt: To die by your side is such a heavenly way to die, als er die Nummer des Krankenhauses raussucht und irritiert versucht, mit der Stirn eine Friedenstaube zu falten.
Fleißig schrieb der Doktor die Übersetzungen meiner Skizzen, mittlerweile schon über 30 Texte. Er hatte zwar eine Theorie des Traumschreibens, aber ich hatte den Eindruck, dass kein anderer diese Theorie so richtig nachvollziehen konnte, ich jedenfalls nicht. Wäre die Erinnerung an einige Passagen nicht so präsent gewesen, ich hätte sein Gerede von Anfang an für Betrug gehalten. Und so? Übersinnliche Fähigkeiten? Esoterischer Schnickschnack? Ich hatte keine Ahnung, ich wusste nur, dass ich mir in der Rolle des Geschichtenlieferanten gefiel. Dr. Fried schickte mir immer neue Briefe, und die Geschichten, die er aus meinen Träumen schrieb, waren auch irgendwie interessant, aber geholfen hat mir das alles nicht. Bei meinem nächsten Besuch brachte ich das zur Sprache. Zunächst ignorierte er meine Kritik und reichte mir den Text einer vergangenen Sitzung. „Hier, auch sehr bemerkenswert. Lesen Sie mal meine Übersetzung. Herr Bichtel, Sie haben wirklich das Zeug zu einem hervorragenden Träumer. Etwas morbide vielleicht, aber hochinteressant.“

Bildgewalt
Die dunkle Gestalt bewegt sich langsam auf einige unschuldige Passanten zu, öffnet die kleine Umhängetasche, schleicht sich weiter an und zieht vorsichtig einen Gegenstand hervor. In sicherer Entfernung bleibt sie stehen, kniet sich hin in der Hoffnung, dadurch kleiner zu wirken, hält etwas vor sich in den Händen und richtet es auf die Gruppe ca. 50 Meter vor ihr. Dreimal schießt sie in die Menge, dreimal hintereinander in kurzen, regelmäßigen Abständen. Straßenlaternen sind extrem gute Lichtquellen, gerade bei Nahaufnahmen. Wieder einmal hat eine einzelne Person Geschichte geschrieben, indem sie sich ein Bild von ihr machte. Befriedigt zieht die Gestalt die Konsequenzen und sich zurück, macht die Tasche wieder zu und verschwindet um die nächste Ecke. Nur die stellenweise Helligkeit der Stadt verbleibt als komplizenhafter Beleuchter der schon längst wieder vergangenen Szene. Einige Personen sind im Bilde. Aber der Unterschied zwischen Original und Kopie löst sich auf, weil jede Rekonstruktion wieder für sich genommen ein Original ist. So kann man schon mal leicht die Übersicht verlieren. Nicht, dass ich etwas gegen aktuelle Ereignisse hätte. Nur: in letzter Zeit hat es so viele davon gegeben.
„Ja, eine schöne Interpretation, aber könnten Sie mir bitte eine Antwort auf meine Frage geben? Hat das hier alles überhaupt noch einen Sinn? Ich sehe keine Fortschritte. Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Sie mir etwas verheimlichen.“
Ohne auch nur im geringsten auf diese Frage einzugehen, überraschte mich Dr. Fried mit einem Angebot. Wortlos legte er mir einen Vertrag vor. Ich sollte mir das alles mal in Ruhe überlegen. Er wolle ein Buch schreiben, sagte er, und einen ganz zentralen Platz in diesem Werk würden meine Traumgeschichten einnehmen. Ob ich Oliver Sacks kenne, fragte er mich, ein amerikanischer Neuropsychologe, der Bücher mit den Krankengeschichten seiner Patienten geschrieben hat. Das gleiche hätte er nun auch vor. Vielleicht würde das seine Theorie in der Öffentlichkeit ein wenig bekannter machen. Er habe nun genug Träume interpretiert, dass er eine allgemeine Regel aufstellen könne. Einen Verleger hätte er schon gefunden. Und ich könnte auch davon profitieren, wenn das Buch ein Erfolg werden sollte, nicht nur finanziell.
Ich willigte ein. Erstens konnte ich das Geld gut gebrauchen und zweitens wäre es ja nicht schlecht, wenn das Phänomen des Traumschreibens dadurch mehr Beachtung fände. Es gibt ganz andere Zivilisationskrankheiten, die jeder kennt und die keinen interessieren.

Drei Monate später drückte mir Dr. Fried nach einer weiteren Sitzung ein Manuskript in die Hand. „Hier, lesen Sie. Es ist fertig. Wenn Sie einverstanden sind, geht es nächste Woche in Druck.“
Von nun an hatte ich ausgesorgt. Das Buch schlug ein wie die Bomben in Dresden ´45. Titelgeschichte im Spiegel (und eine Woche später im Focus), regelmäßige Publikationen in medizinischen Fachzeitschriften, sogar zu einigen Fernsehshows wurde Dr. Fried eingeladen. Er fragte mich dann immer, ob ich nicht mitkommen wolle, aber ich lehnte dankend ab. Ich hatte einen neuen Beruf: Träumer und Geschichtenlieferant. Und ich verdiente gut; das Geld ließ mich vergessen, dass ich mir manchmal ein wenig ausgenutzt vorkam. Das einzige, was ich machen musste, war schlafen und träumen und nicht vergessen, jede Nacht ein Blatt Papier unter das Kopfkissen zu legen, für die Fortsetzungsgeschichten. Ab und zu musste ich einige Interviews geben, aber das hielt sich im Rahmen. Mir gefiel diese Medienmaschine nicht besonders, obwohl ich mitten drin war. Ich kümmerte mich lieber um andere Dinge. Vor einigen Wochen habe ich sogar meine erste Ausstellung eröffnet. Nur meine Traumbilder. Mit ein wenig Phantasie ist das richtige Kunst. Die Leute waren begeistert, und ich war schon lange nicht mehr so zufrieden gewesen. Dr. Fried war wirklich ein literarisches Talent, und ich weiß bis heute nicht, ob er nur ein gescheiterter Schriftsteller ist, der die Phantasie der Leute ausnutzt, weil ihm selbst nichts mehr einfällt, oder ob an seiner Theorie wirklich was dran ist. Die wissenschaftliche Forschung ist seit meinem ersten Kontakt mit dem Traumschreiben nicht unbedingt weiter gekommen. Da half auch das Buch recht wenig, obwohl es in Fachkreisen begeistert angenommen wurde. Was soll´s. Ich werde lächeln und mich weiter verwerten lassen. Mir geht´s ganz gut jetzt, ich habe einen lässigen Beruf und bin dann und wann mal im Showgeschäft. Ich weiß, was abläuft, wie man Frauen rumkriegt, Geld macht und an die besten Drogen kommt. Manchmal brauche ich meine Dosis, wenn mir die Träume wegbleiben. Morgen werde ich mit meinem Galeristen über weitere Ausstellungsprojekte sprechen. Danach kaufe ich mir vielleicht noch ein neues Auto, mal sehen. Ich freue mich darauf und gehe früh ins Bett, weil ich geistig auf der Höhe sein will.

Am nächsten Morgen war da wieder dieser Kopfschmerz, der wie eine Schraubzwinge zwei zentrale Ansatzpunkte hatte, deswegen lokalisierbar war, aber so weit in das Körperbefinden hinausragte, dass er überall spürbar seine Qualen verbreitete. Selbst in den Füßen. Jeden Tag das Gleiche, kein Tag mehr ohne dieses Unglück, jeden Morgen wird man stechend daran erinnert, dass irgendwo im Kopf jemand ohne Unterbrechung weint. Halbwach versuchte ich in die Welt zu blicken. Der erste Versuch misslang, weil die Augen nach der Anstrengung der Nacht noch verklebt waren. Dann schließlich, zusammen mit dem nächsten Schmerz, klappten sich die Lider hoch und ich musste mich kurzzeitig orientierten. Mein Zimmer sah anders aus. Mein Zimmer? Und was war das für ein abgestandener Geschmack in meinem Mund. So ein komischer Flaum. Und dieser Gestank. Nach Rauch und offenen Bierflaschen in jeder Zimmerecke. Mein Körper war kalt und nichts hatte einen Schatten. Die eigene Hand griff ins undefinierbare Gesicht und bewegte sich unkontrolliert darin herum. Als ich mich mühevoll nach links drehte, sah ich unter der Bettdecke schwarze Haarbüschel hervorluken. Ich hob die Decke leicht an und entdeckte eine tief schlafende und ganz leise schnarchende Laura in einer ziemlich unbequemen Schlafposition. Dann erreichte mich schwerfällig ein Gedanke. Er hatte einen langen Weg durch die noch unorganisierten Gehirnzellen (– jene, die noch da waren). Ich drehte mich wieder um und hob das Kissen hoch. Darunter war nichts. Begleitet von Kopfschmerzen kam langsam die Erinnerung zurück, und dann hatte ich die Nationalhymne im Kopf, als wäre sie ein erfolgreicher Schlager und Ohrwurm. Ich schüttelte das Kissen aus, suchte mir eine angenehme Lage und entledigte mich der restlichen Kopfschmerzen durch ein paar weitere Stündchen Schlaf.

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