03.11.2016

Erstens und zweitens

Liebe Freunde latenter Lässigkeit.
In den dunklen Monaten des Jahres fällt es umso mehr auf, wenn wir selbst strahlen. Der Kontrast ist einfach größer. Aber es fällt schwer, zugegeben. Die morgendliche Müdigkeit wird um radikales Passivstraucheln erweitert. Zweifelchen und Problemchen sind Nachtschattengewächse, die im Dunklen hervorragend gedeihen. Und auch ich habe wieder mal einige der hellen Stunden mit Verdunkeln verbracht. Passend zum elften Monat des Jahres warten hier unten elf gestrichene Euphoriebremsen und Dysphoriebeschleuniger der letzten Wochen. Entschuldigung, umgekehrt natürlich: Euphoriebeschleuniger und Dysphoriebremsen. Denn neben banaler Alltagsverstimmung gibt es durchaus auch gute Nachrichten. Zum Beispiel, dass man selbst mit dem Zweifel eine voll gute Party haben kann, die viel größer ist als die Angst. Das geht aber nur, wenn Ihr die Unzufriedenheit in überschaubare Portionen aufteilt.

Außerdem habe ich Euch eine schöne Blume gemalt, die man als Wortersatz allen Mitmenschen unter die Pupillen reiben kann, deren Gelaber die eigenen Nerven unnötig belastet. Was aber auch nicht ungesagt bleiben darf: Man blickt so in die Welt und entdeckt sehr häufig nichts als penibel gebohnerte Illusion. Und in diesem Wald der Scheinhaftigkeit findet sich vielleicht auch das Unperfekte, das ist schließlich auch eine Illusion. Irgendwo schreit ein Käuzchen was von Scheiterkultur und Fehlertoleranz und wünscht sich Fucking-up als Wettbewerbsvorteil. Unter den Büschen und Steinen versteckt sich das Authentische und will nicht mehr beim Namen genannt werden. Vielleicht fällt Euer Blick auch auf das eigene Ich, das blöde glotzt und gern mehr wäre als eine Wunschvorstellung. Ignoriert es und glotzt einfach blöd zurück. So ein Spiegel-Ich ist störend und funktioniert nur als kolorierendes Beiwerk der seelischen Mangelwirtschaft. Und wer sich an der schimmernden Illusion satt gesehen hat, der macht die Augen zu und verschwindet in der Wüste ohne Namen.

In diesem Sinne: Nutzt das Gehirn mehr als nur testweise. Serviert sauber die richtige Art der Lässigkeit. Macht weiterhin alles richtig. Denn das Leben ist zu kurz für die falschen Fehler. Ich wünsche Euch einen großen Mangel an Mangel für die dunklen Monate. Es ist kein Problem, kein Problem zu haben.













Kommentare:

  1. We need to find some ways that will help us to avoid the errors in the future. This will help to improve our works in different directions.

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  2. The transferring of a certain mood performed by using the perceptual illusion. It gives some freedom to our imagination in different directions.

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