04.10.2016

Honk

Liebe Freunde treudoofer Tierchen.
Eigentlich wollten wir nur Kaffee trinken. Aber ich hatte mich noch nicht einmal gesetzt, da zückte Benjamin sein mobiles Endgerät und sagte, ihm sei ein komisches Wesen begegnet. Das war mein erster Kontakt zu Honk, dem Hasen ohne nähere Kenntnis. Er hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen und erinnerte mich eher an die nihilistische Variante eines Pokémons. Oder eine verkorkste Version eines plüschigen Darth Vaders. Benjamin wischte mir ein paar Bildchen von diesem Wesen unter die Nase. Ich hatte mich verliebt und wusste sofort: Dieses Ding wird in den nächsten Wochen ein sehr schöner Zeitfresser sein.


Dazu muss man wissen. Herr Rabe kann vortrefflich mit dem Finger über berührungsempfindliche Displays streichen und zaubert dabei ganz wunderbare Bildchen. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, die freie Knappzeit zwischen Beruf, Familie und Irgendwieklarkommen mit Pohlmann zu füllen. Der liegt schließlich auch schon seit einigen Monaten brach und wartet auf Weiterentwicklung. Aber Pohlmann hat die negative Eigenschaft, dass ich mich immer längere Zeit am Stück mit ihm beschäftigen muss. Das passte zwischen uns irgendwie in den letzten Monaten nicht. Honk mit Buchstaben zu versorgen ist dagegen wie ein Kurzurlaub. Eine Sprechblase, ein Satz, schnell gemacht, zack zack. 

Das Tolle an dieser gemeinsamen Arbeit ist: man weiß nie, was kommt. Hin und wieder schickt Benjamin eine Nachricht, dass ein neuer Honk in der gemeinsamen Dropbox auf mich wartet. Und dann öffne ich Snapseed, lade das Bild und muss erstmal verdauen, was dieser Typ da wieder auf seinem Telefon gemalt hat. Die Einstellungen bei Snapseed sind begrenzt. Es gibt drei verschiedene Arten von Sprechblasen, in jeweils zwei Varianten. Das war´s. Ich nehme die Version, die am besten ins Bild passt und schreibe etwas, das mir zu dieser honkigen Situation in den Sinn kommt. Hin und wieder schicke ich Ben ein Foto, er mal einen Honk da rein und schickt es zurück. Und dann ich so: Sprechblase. 

Dieses gemeinsame Arbeiten an etwas, von dem man nicht weiß, was der andere fabriziert, macht sehr viel Spaß. Es hält wach, überrascht und ist etwas ganz anderes, als "nur" in Eigenregie zu schreiben. Unser gemeinsames "Made in Space"-Experiment ist mittlerweile auch schon drei Jahre her. Aber die Art und Weise, wie Honk entsteht, kommt dem Vorgehen recht nahe. Ob das jetzt schön oder sinnvoll ist oder nicht, ist mir ziemlich egal. Es ist etwas, das gemeinsam entsteht, das ist wichtig. Die Ich-Bezogenheit fehlt komplett. Beziehungsweise machen wir zwei Ichs zu einem Wir. Wenn Ihr Honk näher kennenlernen möchtet: auf Facebook und Instagram gibt er Einblick in sein Leben. Schaut mal vorbei.


1 Kommentar:

  1. The last months were devoted to the work on themselves and their conscience. It was very productive in terms of the personal development.

    AntwortenLöschen