12.04.2012

Basil Smash

Liebe Freunde leckerer Langgetränke.
Wir sind alle beschränkt. Normal. Wenn´s gut läuft, hält uns die Neugier am Leben und treibt uns voran. Wissen ist ja bekanntlich die einzige Ressource auf dieser noch schönen Erde, die sich bei Gebrauch vermehrt. Im konkreten Fall geht es um meine Beschränkung in puncto Basilikum, das ich sehr häufig für die Zubereitung eines Tomate-Mozzarella-Gerichtes verwende, ab und an auch zum Kochen. Noch nie aber habe ich das Zeug getrunken! Gestern kam ich in den Genuss eines wahrlichen Horizonterweiterers. Dem Gin Basil Smash. Ein sehr feiner Cocktail, bei dem der Sommer auf der Zunge explodiert. Meine Ex-Kollegin Birgit führte mich in die Leobar im Grindelhof (Hamburg Rotherbaum), aber falls ihr auch mal dahin wollt: das Haus, das die Bar beherbergt, wird in drei Tagen abgerissen. Schade, denn es ist ziemlich gemütlich dort. Und die gebotenen Getränke sind formidabel. Vor allem der Basil Smash. Zuckersirup. Zitronensaft. Gin. Und Basilikumblätter. So ungefähr 20 Stück pro Drink. Der Hammer. Geschmacksexplosion deluxe.
Laut Aussage der äußerst informierten Bardame wurde das Getränk von einem gewissen Jörg Meyer im Le Lion erfunden. Angeblich schon 2008, aber das ist komplett an mir vorbeigegangen. Ok, vieles geht an mir vorbei, ungefähr 98 Prozent der Weltinformationen, aber jetzt hat es der Cocktail in meine zwei Prozent geschafft. Danke dafür, Herr Meyer, unbekannterweise. Obwohl, so unbekannt jetzt auch nicht mehr, denn gerade habe ich auf Youtube ein Video von ihm entdeckt, in dem er den Gin Basil Smash vorstellt. Jetzt habe ich zumindest ein Gesicht, und wenn ich weiter cyberstalke, könnte ich vielleicht sogar seine Digital- oder Analogdaten ausfindig machen und ihm persönlich danken. Vielleicht wäre das aber auch übertrieben, obwohl ich schon finde, dass man öfter mal "Danke" sagen sollte.
Ich bin ja schon seit langer Zeit ein Freund von Gin-Mischgetränken, vor allem von Hendricks Gin in Kombination mit Fentimans-Tonic. Aber während Gin-Tonic manchmal das Gefühl warmer Samtpantoffeln vermittelt, was womöglich auch auf eine gewisse Gewöhnung, Routine, Sesshaftwerdung schließen lässt, zieht einem der Basil Smash echt die Schuhe aus, packt die Zunge und geht mit einem barfuß auf dem frisch gemähten Sommerrasen spazieren. Probiert es aus. Das Rezept gibt´s zum Beispiel hier. Und wo wir schon mal in der Wacholder-Nähe der geistigen Getränke sind, lege ich euch wärmstens Plymouth Sloe Gin ans Herz. Da gibt es nichts zu Mischen. Einfach ein paar Eiswürfel ins Pröbchen-Glas und einen Schuss Schlehen-Gin drauf. Hervorragend. In diesem Sinne: Prost. Auf dass die Gedanken fließen.
Ach so, wer sich nicht nur für leckere Cocktails interessiert, sondern auch für schöne Infografiken, kann ja mal einen Blick auf dieses hübsche Poster werfen. Da werden 68 klassische Drinks vorgestellt. Das Original gibt´s hier, auch mit Zoomfunktion:

http://popchartlab.com/collections/prints/products/constitutions-of-classic-cocktails


1 Kommentar:

  1. Hi Dirk,

    irgendwo im Hinterkopf hängt mir scheinbar noch ein Basilikumblättchen und vibriert da wie die Grashalme zwischen den Daumen.

    War trotzdem super. Keine Reue. Ich geh auch noch mal in die LeoBar, bevor der Laden leider abgerissen wird. Die Louis Vuitton Barsessel aus einem (wahrscheinlich russischen) Privatkino in Berlin hast du vergessen zu erwähnen. Mal sehen, wo wir die nach dem Abriss finden.

    Grüsse Birgit

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