02.11.2017

Kalt und still

Liebe Freunde einsamer Enden.
Vor knapp einem Jahr habe ich Euch das erste Kapitel von "Zeitgruppe Null" hier präsentiert. Ich überspringe die nächsten 22 und komme direkt zum Ende. Wer das Buch jetzt noch nicht gelesen hat, wird es sicher nicht mehr lesen. Sollte die Lust auch da sein, es fehlt einfach die Zeit, nicht wahr? 
Die Zeit. 
Die stets gleich große 24-Stunden-Kiste, in die wir menschlichen Multioptionsfragmente immer mehr hineinstopfen. 
Die Zeit. 
Sie läuft weiter und immer gibt es etwas, das neuer ist als das Gestern. 
Und immer gibt es mehr davon. 
Wie auch immer. 
Der Jahreszeit entsprechend sprühe ich den Nebel des letzten Kapitels in Eure müden Pixelaugen. Man muss den Rest nicht kennen, um die Anti-Euphorie zu verstehen. In diesem Sinne: verwaltet Eure Zustände und gebt Euer Bestes zwischen den Tiefpunkten. 
Das Bild ist übrigens von Benjamin Rabe, den ich in einem frühen Stadium des Romans um ein Titelbild gebeten hatte. Ich finde das Bild immer noch treffend, die Nase des großen Bruders, der die vielen Versionen der eigenen Identität inhaliert.

04.10.2017

Strahlkotzen und andere Begabungen

Liebe Freunde energischer Erinnerung.
Weißt Du noch, wie wir uns in Erinnerung behalten? Hast Du noch vor Augen, wer Du einmal sein willst? Wirst Du einmal wissen, wer Du gewesen bist? Während Du Dir im Laufe der Zeit ein paar Brötchen brätst, klopft es draußen energisch gegen die Tür. "Wer ist da?", kommt die Antwort aus der Küche. Sie kommt von Dir. Und das Klopfen? Möglicherweise eine Täuschung. Im günstigen Fall. Langsam schleichst Du bergauf, bis zur Unverschämtheit des Gipfels der Enttäuschung, danach geht es bergab, und es ist ein verwirrendes Begriffsbild, dass "bergab" meist ins Schlechte führt und "bergauf" mit etwas Gutem verbunden wird. Dabei ist es doch genau umgekehrt. Die meiste Zeit glaubt oft nichts Wesentliches. Die Erinnerung versinkt in Schweigen, und Du zählst die Stunden, bis Du langsam und schwerübermüdet so gegen Viertel vor Tiefschlaf an der Stelle ankommst, die auf der Landkarte des Lebens als Sehenswürdigkeit gekennzeichnet ist. Nun gut, es wäre übertrieben von Ruinen zu sprechen, aber eine Touristenattraktion hast Du Dir irgendwie anders vorgestellt. Wenn sonst auch nichts läuft: Misserfolg ist immer ein Selbstgänger.

01.09.2017

Stets weiter (können, sollen, wollen)

Liebe Freunde bedröppelter Begeisterung.
Seit Jahren hat das Warten bald ein Ende. Immer kommt etwas hinzu, auf das gewartet wird. Kein Leben ohne Warten. Obwohl sich jährlich alles wiederholt, nur auf anderen Ebenen, steigt das Entfremden. Es muss etwas passieren. Die Zeit nach dem routinierten Sommerurlaub, nach dem sogenannten "Akku volltanken", eignet sich dazu fast genauso gut wie die sogenannte Zeit zwischen den Jahren. Wer in die Ruhe kommt, stellt sich Fragen. Ich ändere also meine Einstellung. Zum neuen Konzept gehört eine kleine Lounge-Ecke in meiner Seele. Gemütlich. Richtig was fürs Daunenhirn. Es beginnt ja bald ohnehin die kuschelige Kältezeit. Trotzdem muss man immer weiter. Also wühlt man in den Emotionsvorräten und sucht die Stimmungsbomben. Weil keine mehr da ist, greift man ins Regal mit den Wunschvorstellungen. Die sind ja bekanntlich das Streichfett der seelischen Großwetterlage. Der Geschmacksträger für die Alltagssuppe. Das Sahnehäubchen auf dem Fass ohne Boden.

01.08.2017

Irgendwie irre irritiert

Liebe Freunde wackeliger Wahrheiten.
Horst-Hubert hortet hundert Hortensien. Ich bezweifle, dass dieser Satz schon irgendwo existiert. Er ist also besonders, wenn auch möglicherweise sinnlos. Wie so vieles. Unnötiges Zweifeln, zum Beispiel. Das ist nicht nur sinnlos, sondern insbesondere nach 18 Uhr auch gesundheitlich problematisch, da es sonst zu Iritationen kommt. Ganz zu schweigen von den Schlafproblemen in der Nacht und den Wachbleibproblemen am Tag darauf. Dennoch ist mein Irritationsfaktor in dieser gesellschaftlich komischen Zeit relativ hoch. Jede Meinung wird zur Wahrheitsbehauptung hochgejazzt. Alles, was nicht dem eigenen Weltbild entspricht, wird diskreditiert. Und die Wahrheit knirscht, während sie versucht, sich selbst zu überzeugen. Wenn im Netzwerk wieder mal ein Ätzzwerg hetzt und das Netzwerk über das Hetzwerk vom Ätzzweg schwätzt, frage ich mich überdurchschnittlich häufig, ob die Aufmerksamkeitsspanne, die Empathie oder die Intelligenz mancher Leidgenossen (inklusive mir selbst) tatsächlich größer ist als die einer Dose Ravioli. Es geht ja auch alles viel zu schnell, jede Information ist nur der Vorgänger der nächsten, während die Menge der Informationseinheiten zunimmt, bleiben die Zeiteinheiten gleich. Der Kopf kommt nicht hinterher, die Seele schon mal gar nicht. Kein Wunder, dass man sich zeitknapp fühlt. Und überfordert. Mit einem zärtlich dahingehauchten "Dafuque" in alle Richtungen macht man heutzutage selten etwas verkehrt, auch wenn´s nichts bringt. Und parallel dazu friemelt man in einem Wattebausch herum, um die Geräusche der Welt zu filtern, die als echte und falsche Neuigkeiten aus der Dunkelheit ins Haus tropfen.

03.07.2017

Blinde Flecken zweiter Ordnung

Liebe Freunde intelligenter Interaktion.
Vom Schwarzmalen wird man nicht reich, zumindest nicht finanziell. Insofern verdiene ich meine Brötchen anderweitig. Wer sich schon mal das Berufsblog durchgeklickt hat, weiß Bescheid. Jedenfalls ist Organisationsberatung für mich kein Fremdwort. Genauso wenig wie für die geschätzten Kollegen von Metaplan, ein Haufen äußerst sympathischer und kluger Mitmenschen, die mein Bild von Unternehmensberatern drastisch verändert bzw. erweitert haben. Jetzt ist es so, dass Metaplan ein Magazin mit organisationssoziologischen Gedanken herausbringt. Und für die Ausgabe zum Thema "Interaktionen" haben sie mich gefragt, ob ich da nicht ein paar Textverdunkelungen beisteuern möchte. Ich mochte. Und zwar nicht nur mit dem größten Vergnügen, sondern auch mit dem Anspruch, die Texte zu verdunkeln, die erst noch im Magazin veröffentlich werden sollten.

01.06.2017

Durchdachte Debakel

Liebe Freunde des kritischen Konfettis.
Informieren und in Form sein sind zwei verschiedene Dinge. Aber das ist im Grunde genauso nebensächlich wie die Tatsache, dass ich wohl kein Buch schreiben werde, das den Titel "Durchdachte Debakel" trägt. Was hingegen viel wichtiger ist (und überdies vor alltagspraktischer Relevanz nur so strotzt), ist der glückliche Umstand, dass ich Euch zum Zwecke besserer Weltbewältigung ein Fluchkärtchen verdunkelt habe. Kein Tag ohne "Scheiße!". Bekannt, oder? Als kleine Beilagen drapieren sich weitere nicht weniger kitschige Konfusionsbeschleuniger um die oben genannte Scheiße. Mögen sie bei der effizienten Erkundung der eigenen Hirnhalbkugel hilfreich sein. In diesem Sinne: packt Konfetti auf den Horror, damit die Scheiße schön erträglich bleibt. Genießt die spezifische Ruhe der eigenen Welt, aber vergesst den Sommer im Geiste nicht. Vor allem aber: bleibt gut und folgt dem Honk. Er weiß Dinge.

04.05.2017

Rapid Eye Movement

Liebe Freunde zügiger Zeit.
Abwesenheit ist kein Zeichen mangelnder Nähe. Aber das wollte ich gar nicht sagen. Stattdessen hat mir die Zeit mal wieder ein Gespräch aufgeschwatzt. Es begann mit dem Blackout "Das Leben im Zeitraffer", das mich einmal mehr daran erinnert hat, dass vieles schon zu Ende ist, bevor es überhaupt losgeht. Auf den zweiten Blick ist aber zwischen den schwarzen Balken genügen Zeit, um freudig umherzutänzeln und die Tage so zu verbringen, dass man hinterher denkt: sinnvoll, zumindest nicht verschwendet. Nach dieser Textverdunkelung ging es aber weiter, und zwar mit der Vorstellung, dass mir mein Unterbewusstsein eine Nachricht geschrieben hat, zusammen mit einem "angeblichen" Screenshot einer Traumsequenz.

07.04.2017

In den Werkstätten der Fantasie

Liebe Freunde nüchterner Negation.
Die Sonne ist schon ein heißer Knödel, Kaum dreht sie frühlingsmäßig ein bisschen auf, machen das die Leute auch. Strahlen kribbeln, Tiere krabbeln, Menschen knubbeln exponiert über den Asphalt ihrer Träume. Nicht so forsch, möchte man da fast sagen, es ist noch Luft nach oben, die warmen Monate beginnen doch erst. Aber ich sage das nicht, denn was heißt das schon: Luft nach oben? Früher oder später stößt sich jeder den Kopf. "Sky is the limit" hin oder her. Und außerdem ist das ja das Schöne am Frühling, dieser bipolaren Jahreszeit mit ihren frostigen Hitzephasen. Diese Zwischenzeit schmeißt mich von einem Rand zum anderen. Und am Rand des Rationalen, da bin ich nunmal zu Hause. Es gibt dort viele Berge und noch mehr Täler, in denen ich regelmäßig meine Seele ausrolle und ganz laut "Das ist ja wohl der Gipfel" seufze, während im Irgendwo drumherum kein Grund zu finden ist.

01.03.2017

Wahrheitsbehauptungen und offene Messer

Liebe Freunde elitärer Ersatzwahrheiten.
Wohin ich auch gehe, immer nehme ich mich mit. Auch in menschenleerer Umgebung und maßloser Ruhe, in mir drin ist Großstadt. Weglaufen zwecklos. Die Seele fährt mit Blaulicht. Am Ende des Tages, mit dem Schließen der Augen, mit dem Schlaf, der zum Glück ein verlässlicher Freund ist, legen sich die Monster zur Ruhe. Am Ende des Schlafs, mit dem Öffnen der Augen, kommen die Monster wieder. Ich gehe in mich, immer tiefer, bis zu der Stelle im Kopf, wo man nach der Richtung fragt. Dann stehe ich da, ratlos, und ein paar herumlungernde Sorgen am Wegesrand behaupten, ich sei Teil von etwas ganz, ganz Großem. Ich gehe ich weiter, ohne Richtung, entwickele Bilder und Vorstellungen und mich selbst, immer vorwärts entlang des seidenen Fadens, ohne dabei über die Befürchtungen zu stolpern, die inflationär im Weg herumliegen. Neben mir wandern weitere Ersatzwahrheiten durch den Weltkopf. Sie wollen zum Stein der Weisen, um sich dort ihrer selbst zu vergewissern.

02.02.2017

Irgendwelche Fragen

Liebe Freunde pragmatischer Perfektion.
Es tut mir aufrichtig Leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass die Pohlmann-Kapitel sechs und sieben nun erhältlich sind. Greifen Sie zu, solange diese Welt noch existiert und Sie die Chance haben, sich aus ihr hinauszuträumen.
Nachdem es um Joachim-Alexander Pohlmann und seinen treuen Begleiter, das kleine Übel, lange ruhig gewesen ist, hat irgendjemand zu Beginn dieses weltpolitschen Wonnemonats wohl ausreichend Zeit und Grund für den Aufenthalt in Paralleluniversen gehabt. 
Wie auch immer, es gibt zwei neue Pohlmann-Kapitel und die begründete Hoffnung, dass noch vor dem offiziellen Untergang der Entzweiten Staaten von Amerika oder anderer großgläubiger Nationen weitere Neuigkeiten pohlmannmäßig in das Internet tröpfeln. Bis es soweit ist, lassen Sie sich entführen in die wunderbare Welt des Kopfschüttelns. Und das geht ungefähr so: "Es gibt so viele Unmöglichkeiten im Leben, dachte Pohlmann, dass man, wenn man nach links schaut, dann nach rechts, und dann wieder links und wieder rechts, also immer abwechselnd links und rechts guckt, dass man dann ja völlig automatisch mit dem Kopf schüttelt." 
In diesem Sinne: Ihr persönlicher Pohlmann ist nur einen Klick entfernt: Besuchen Sie  

16.01.2017

Mehr als drei Fragezeichen

Liebe Freunde geschlossener Geschichten. 
Nachdem mein fulminantes Debüt-Debakel "Zeitgruppe Null" nun bereits mehrere Monate den sogenannten E-Book-Markt aufmischt, also aufmischen im Sinne von Bodensatz bilden und wenig Beachtung finden, erlaubt mir an dieser Stelle ein paar warme Worte zu den Untiefen der losen Fäden und nicht geklärten Enden. Zum E-Book-Markt und zu der Qualität des Romans möchte ich indes nicht Stellung nehmen. Anfragen diesbezüglich bitte an die entsprechenden Personen. Ich hatte das Vergnügen, im letzten Jahr eine Leserunde bei Lovelybooks mitzumachen. Es gab positive Bemerkungen, und es gab kritische Stimmen. Die positiven haben mich sehr gefreut, aus den kritischen habe ich viel gelernt. Kritik kann bekanntlich sehr positiv sein, und wenn sie von Menschen kommt, die ihre knappe Zeit investieren, um mein mehr oder weniger gelungenes Werk zu lesen, dann ist das durchaus ein großes Geschenk, wenn diese Menschen sich auch noch die Zeit nehmen und ihre Meinung zum Roman kundtun. 

02.12.2016

Gedämpfte Hoffnungen

Liebe Freunde platter Patentrezepte.
Mir schmeckt´s nicht. Die Obergrenze meiner Realität hängt derzeit so tief wie selten zuvor. Ich bin froh, wenn das kaputte 2016 bald entfernt wird. Bloß, was kommt dann? Was werden wir in 12 Monaten über 2017 sagen? Wie wird sich die Welt und mit ihr die eigene pathologische Weltbeziehung entwickeln? Ich habe zwar keine Ahnung, aber ein Patentrezept: Gedämpfte Hoffnungen an ausgelassenen Chancen. Doch dazu später. Die Menschen werden immer elektrischer, und auch ich habe einen Internetzugang und kann viel behaupten. Aber was nützt das, wenn sich die Stimme der Vernunft bereits im Exil befindet und ausgewandert ist in die autonome Republik der spirituellen Wahrnehmung? Wenn bestimmte Beschwerden drückender werden und auch Handauflegen nicht mehr hilft? Wenn die Realität nur eine simulierte Aneinanderreihung absurder Fehler ist?

03.11.2016

Erstens und zweitens

Liebe Freunde latenter Lässigkeit.
In den dunklen Monaten des Jahres fällt es umso mehr auf, wenn wir selbst strahlen. Der Kontrast ist einfach größer. Aber es fällt schwer, zugegeben. Die morgendliche Müdigkeit wird um radikales Passivstraucheln erweitert. Zweifelchen und Problemchen sind Nachtschattengewächse, die im Dunklen hervorragend gedeihen. Und auch ich habe wieder mal einige der hellen Stunden mit Verdunkeln verbracht. Passend zum elften Monat des Jahres warten hier unten elf gestrichene Euphoriebremsen und Dysphoriebeschleuniger der letzten Wochen. Entschuldigung, umgekehrt natürlich: Euphoriebeschleuniger und Dysphoriebremsen. Denn neben banaler Alltagsverstimmung gibt es durchaus auch gute Nachrichten. Zum Beispiel, dass man selbst mit dem Zweifel eine voll gute Party haben kann, die viel größer ist als die Angst. Das geht aber nur, wenn Ihr die Unzufriedenheit in überschaubare Portionen aufteilt.

20.10.2016

Stunde null

Liebe Freunde abscheulicher Anfänge. 
Vor fünf Monaten ist der Roman erschienen. Seitdem gab es einige Stimmen dazu, solche und solche, aber auch andere. Vielleicht habt Ihr Euch in der Zwischenzeit selbst ein Bild gemacht und die knappe und wertvolle Zeit in das Lesen dieses Anti-Euphorie-Textes gesteckt. Falls nicht, könnt Ihr jetzt und hier zur Feier des Tages das erste Kapitel lesen. Denn bald ist der 26. Oktober: Tag eins im Buch - und Rahmen für die ersten zwölf Kapitel. Möglicherweise kauft Ihr das vollständige Digitalding ja sogar (zum Beispiel hier) und lest die anderen Kapitel auch noch. Es würde mich freuen. Bald werde ich auch nochmal etwas zum Ende schreiben, denn das ließ für einige Lesende etwas zu viele Fragen offen. Das war eine Einsicht, die mir die Leserunde bei lovelybooks gebracht hat. Jedenfalls jetzt erstmal hier: der Anfang. So weit es zutrifft und man das überhaupt wünschen kann: Viel Vergnügen beim Lesen. Und immer dran denken, was Lily Tomlin einst gesagt hat: "The trouble with the rat race is that even if you win, you’re still a rat."

04.10.2016

Honk

Liebe Freunde treudoofer Tierchen.
Eigentlich wollten wir nur Kaffee trinken. Aber ich hatte mich noch nicht einmal gesetzt, da zückte Benjamin sein mobiles Endgerät und sagte, ihm sei ein komisches Wesen begegnet. Das war mein erster Kontakt zu Honk, dem Hasen ohne nähere Kenntnis. Er hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen und erinnerte mich eher an die nihilistische Variante eines Pokémons. Oder eine verkorkste Version eines plüschigen Darth Vaders. Benjamin wischte mir ein paar Bildchen von diesem Wesen unter die Nase. Ich hatte mich verliebt und wusste sofort: Dieses Ding wird in den nächsten Wochen ein sehr schöner Zeitfresser sein.

02.09.2016

Entfernte Gedanken

Liebe Freunde mäßiger Motivation.
September. Die ersten Blätter machen sich auf den Gehwegen breit. Wir kommen den Wohlfühlmonaten mit großen Schritten näher. Überlegt Euch schon mal, welche Vorsätze Ihr nächstes Jahr nicht einhalten wollt. Und wenn in der vorherbstlichen Hektik noch Zeit bleibt, denkt mal darüber nach, warum "verlustieren" überhaupt nichts mit "Verlust" zu tun hat. Oder tut es nicht. Das Wichtigste ist doch, dass die Lust da ist, die Motivation, dieses unsichtbare Ungetüm, das einen bremst oder beschleunigt, je nach Verfassung, je nach Wohlfühlzustand der eigenen Zweifel. Bei mir ist die Lust gerade noch nicht richtig da, die Gedanken noch weit entfernt von dem Hirnteil, das sie produziert. Das Wollen kämpft mit dem Sollen, und bisher ist die urlaubsbedingte Halbentspannung dafür verantwortlich, dass am Ende des Wollens noch zuviel Sollen übrig ist.

01.08.2016

Den einen haut es um, den anderen auch.


Liebe Freunde hartrealer Humanität.
Es ist nicht die Zeit der Witze. Oder gerade doch. Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung, dafür leide ich zunehmend unter gedanklichen Annäherungsproblemen, die auch dann nicht verschwinden, wenn ich mich meinen Gedanken in einer ruhigen Seitwärtsbewegung zuwende. Die Seele seufzt, man nennt es atmen, und die Gefühle sind völlig überfordert wenn ich versuche, sie gehirngerecht zu strukturieren. Hässliche Launen überall. Kein guter Ort, diese Welt. Keine gute Zeit, dieses Zweisechzehn. Während es politisch immer kälter wird, jagen komische Menschen in einem Zwischenkosmos virtuelle Monster und upleveln sich in besinnungslose Gegenwartsdistanz. Jedem Tierchen sein Plaisierchen.

01.07.2016

Alltägliche Anti-Euphorie

Liebe Freunde des internationalen Irrsinns.
Dadaismus ist keine Kunstform mehr, er hat das wahre Leben erreicht, den echten Alltag, die normalodurchtränkte Wirklichkeit des einfachen Mannes. Oder des komplizierten. Und der einfachen oder komplizierten Frau. Und alles davor, daneben, darüber und dahinter. Was ist eigentlich los hier? Die Welt gerät aus den Fugen, weil irgendwelche zumeist männlichen Katastrophen mit schlechten Frisuren den Menschen beweisen müssen, wer den Längsten hat. Was soll das? Warum ist das so, dass ein paar Wichshörnchen am Rad drehen und meinen Gemütszustand mit ihrem politischen Pipi besudeln? Und dass es genügend  Clowns gibt, die ihnen zustimmen und zuklatschen, setzt dem Fass die Krone auf. Ich komme aus dem Fragen nicht mehr heraus. Und aus dem Kopfschütteln. Oder anders formuliert: Beruhigung ist ein hartes Stück Arbeit geworden, das Leben eine dauerhafte Nicht-Durchdreh-Disziplinierung.

02.06.2016

Schräge Remixe des Kapitalismus

Liebe Freunde seriöser Sätze.  
Hochverkehrtes Zielpublikum, seid Ihr auch bereit für viele positive Tage? Schön. Es ist eine Menge geschehen in den letzten Wochen. Die "Zeitgruppe Null" hat als E-Book endlich das Licht der Welt erblickt, der Vorsommer nimmt uns in Frühlingshaft, während das Jahresende immer näher rückt. Und die Entspannungstechnik des gepflegten Schwarzmalens will einfach nicht langweilig werden. Zwar ist Joachim-Alexander Pohlmann aufgrund eines gar nicht leeren Terminkalenders ein wenig untergetaucht, aber er gibt sich die größte Mühe, Euch bald mit neuen Abenteuern auf seiner Reise zum Glück zu unterfordern. Solange müsst Ihr mit den Textverdunkelungen der letzten Wochen Vorlieb nehmen. Aber die haben es in sich. Elf astreine Konfusionsbeschleuniger, zwei davon sogar mit englischen Strichen - und damit reich an sprachlichen Lernerfahrungen. Wenn Ihr also immer schon mal wissen wolltet, wann der lang ersehnte Gedanke endlich einsatzfähig ist, oder wie dünn Eure Aufmerksamkeit wirklich ist, dann empfehle ich dringend die amateurhaft orchestrierte Übermalung der folgenden Schwarz-Weisheiten. 

06.05.2016

Zeitgruppe Null

Liebe Freunde dufter Dystopien.
Gäbe es das Geruchs-Internet, Ihr könntet meinen Angstschweiß atmen. Oder zumindest das dezente Transpirat amtlicher Aufregung. Für die zeitarmen Hektikhasen unter Euch hier in Kürze das Wichtigste: Am 13. Mai erscheint mein Roman "Zeitgruppe Null" als E-Book bei edel&electric
Für alle, die ein bisschen mehr Zeit investieren möchten, habe ich hier aufgeschrieben, wie es soweit kommen konnte und was auf dem Weg zur Veröffentlichung so geschehen ist. Und am Ende dieses Beitrags schenke ich Euch noch den Soundtrack zum Buch. Gnadenlose 72 Songs mit Bedeutung: Ich habe die Stücke beim Schreiben oft gehört, manche werden im Text zitiert, mal weniger, mal mehr offensichtlich. Deswegen auch Haddaway. Und Ihr summt jetzt bitte nicht den ganzen Tag "What is love?" vor Euch her, versprochen? Verzeiht mir bitte diesen trashigen Ausrutscher, aber der ist dem Supermarktgedudel im ersten Kapitel geschuldet. Mittlerweile stehe ich sogar zu diesem Kirmestechno. Ich bin wohl doch ein bisschen erwachsener geworden. Oder bilde mir das ein, das reicht ja.