02.12.2016

Gedämpfte Hoffnungen

Liebe Freunde platter Patentrezepte.
Mir schmeckt´s nicht. Die Obergrenze meiner Realität hängt derzeit so tief wie selten zuvor. Ich bin froh, wenn das kaputte 2016 bald entfernt wird. Bloß, was kommt dann? Was werden wir in 12 Monaten über 2017 sagen? Wie wird sich die Welt und mit ihr die eigene pathologische Weltbeziehung entwickeln? Ich habe zwar keine Ahnung, aber ein Patentrezept: Gedämpfte Hoffnungen an ausgelassenen Chancen. Doch dazu später. Die Menschen werden immer elektrischer, und auch ich habe einen Internetzugang und kann viel behaupten. Aber was nützt das, wenn sich die Stimme der Vernunft bereits im Exil befindet und ausgewandert ist in die autonome Republik der spirituellen Wahrnehmung? Wenn bestimmte Beschwerden drückender werden und auch Handauflegen nicht mehr hilft? Wenn die Realität nur eine simulierte Aneinanderreihung absurder Fehler ist?

03.11.2016

Erstens und zweitens

Liebe Freunde latenter Lässigkeit.
In den dunklen Monaten des Jahres fällt es umso mehr auf, wenn wir selbst strahlen. Der Kontrast ist einfach größer. Aber es fällt schwer, zugegeben. Die morgendliche Müdigkeit wird um radikales Passivstraucheln erweitert. Zweifelchen und Problemchen sind Nachtschattengewächse, die im Dunklen hervorragend gedeihen. Und auch ich habe wieder mal einige der hellen Stunden mit Verdunkeln verbracht. Passend zum elften Monat des Jahres warten hier unten elf gestrichene Euphoriebremsen und Dysphoriebeschleuniger der letzten Wochen. Entschuldigung, umgekehrt natürlich: Euphoriebeschleuniger und Dysphoriebremsen. Denn neben banaler Alltagsverstimmung gibt es durchaus auch gute Nachrichten. Zum Beispiel, dass man selbst mit dem Zweifel eine voll gute Party haben kann, die viel größer ist als die Angst. Das geht aber nur, wenn Ihr die Unzufriedenheit in überschaubare Portionen aufteilt.

20.10.2016

Stunde null

Liebe Freunde abscheulicher Anfänge. 
Vor fünf Monaten ist der Roman erschienen. Seitdem gab es einige Stimmen dazu, solche und solche, aber auch andere. Vielleicht habt Ihr Euch in der Zwischenzeit selbst ein Bild gemacht und die knappe und wertvolle Zeit in das Lesen dieses Anti-Euphorie-Textes gesteckt. Falls nicht, könnt Ihr jetzt und hier zur Feier des Tages das erste Kapitel lesen. Denn bald ist der 26. Oktober: Tag eins im Buch - und Rahmen für die ersten zwölf Kapitel. Möglicherweise kauft Ihr das vollständige Digitalding ja sogar (zum Beispiel hier) und lest die anderen Kapitel auch noch. Es würde mich freuen. Bald werde ich auch nochmal etwas zum Ende schreiben, denn das ließ für einige Lesende etwas zu viele Fragen offen. Das war eine Einsicht, die mir die Leserunde bei lovelybooks gebracht hat. Jedenfalls jetzt erstmal hier: der Anfang. So weit es zutrifft und man das überhaupt wünschen kann: Viel Vergnügen beim Lesen. Und immer dran denken, was Lily Tomlin einst gesagt hat: "The trouble with the rat race is that even if you win, you’re still a rat."

04.10.2016

Honk

Liebe Freunde treudoofer Tierchen.
Eigentlich wollten wir nur Kaffee trinken. Aber ich hatte mich noch nicht einmal gesetzt, da zückte Benjamin sein mobiles Endgerät und sagte, ihm sei ein komisches Wesen begegnet. Das war mein erster Kontakt zu Honk, dem Hasen ohne nähere Kenntnis. Er hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen und erinnerte mich eher an die nihilistische Variante eines Pokémons. Oder eine verkorkste Version eines plüschigen Darth Vaders. Benjamin wischte mir ein paar Bildchen von diesem Wesen unter die Nase. Ich hatte mich verliebt und wusste sofort: Dieses Ding wird in den nächsten Wochen ein sehr schöner Zeitfresser sein.

02.09.2016

Entfernte Gedanken

Liebe Freunde mäßiger Motivation.
September. Die ersten Blätter machen sich auf den Gehwegen breit. Wir kommen den Wohlfühlmonaten mit großen Schritten näher. Überlegt Euch schon mal, welche Vorsätze Ihr nächstes Jahr nicht einhalten wollt. Und wenn in der vorherbstlichen Hektik noch Zeit bleibt, denkt mal darüber nach, warum "verlustieren" überhaupt nichts mit "Verlust" zu tun hat. Oder tut es nicht. Das Wichtigste ist doch, dass die Lust da ist, die Motivation, dieses unsichtbare Ungetüm, das einen bremst oder beschleunigt, je nach Verfassung, je nach Wohlfühlzustand der eigenen Zweifel. Bei mir ist die Lust gerade noch nicht richtig da, die Gedanken noch weit entfernt von dem Hirnteil, das sie produziert. Das Wollen kämpft mit dem Sollen, und bisher ist die urlaubsbedingte Halbentspannung dafür verantwortlich, dass am Ende des Wollens noch zuviel Sollen übrig ist.

01.08.2016

Den einen haut es um, den anderen auch.


Liebe Freunde hartrealer Humanität.
Es ist nicht die Zeit der Witze. Oder gerade doch. Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung, dafür leide ich zunehmend unter gedanklichen Annäherungsproblemen, die auch dann nicht verschwinden, wenn ich mich meinen Gedanken in einer ruhigen Seitwärtsbewegung zuwende. Die Seele seufzt, man nennt es atmen, und die Gefühle sind völlig überfordert wenn ich versuche, sie gehirngerecht zu strukturieren. Hässliche Launen überall. Kein guter Ort, diese Welt. Keine gute Zeit, dieses Zweisechzehn. Während es politisch immer kälter wird, jagen komische Menschen in einem Zwischenkosmos virtuelle Monster und upleveln sich in besinnungslose Gegenwartsdistanz. Jedem Tierchen sein Plaisierchen.

01.07.2016

Alltägliche Anti-Euphorie

Liebe Freunde des internationalen Irrsinns.
Dadaismus ist keine Kunstform mehr, er hat das wahre Leben erreicht, den echten Alltag, die normalodurchtränkte Wirklichkeit des einfachen Mannes. Oder des komplizierten. Und der einfachen oder komplizierten Frau. Und alles davor, daneben, darüber und dahinter. Was ist eigentlich los hier? Die Welt gerät aus den Fugen, weil irgendwelche zumeist männlichen Katastrophen mit schlechten Frisuren den Menschen beweisen müssen, wer den Längsten hat. Was soll das? Warum ist das so, dass ein paar Wichshörnchen am Rad drehen und meinen Gemütszustand mit ihrem politischen Pipi besudeln? Und dass es genügend  Clowns gibt, die ihnen zustimmen und zuklatschen, setzt dem Fass die Krone auf. Ich komme aus dem Fragen nicht mehr heraus. Und aus dem Kopfschütteln. Oder anders formuliert: Beruhigung ist ein hartes Stück Arbeit geworden, das Leben eine dauerhafte Nicht-Durchdreh-Disziplinierung.

02.06.2016

Schräge Remixe des Kapitalismus

Liebe Freunde seriöser Sätze.  
Hochverkehrtes Zielpublikum, seid Ihr auch bereit für viele positive Tage? Schön. Es ist eine Menge geschehen in den letzten Wochen. Die "Zeitgruppe Null" hat als E-Book endlich das Licht der Welt erblickt, der Vorsommer nimmt uns in Frühlingshaft, während das Jahresende immer näher rückt. Und die Entspannungstechnik des gepflegten Schwarzmalens will einfach nicht langweilig werden. Zwar ist Joachim-Alexander Pohlmann aufgrund eines gar nicht leeren Terminkalenders ein wenig untergetaucht, aber er gibt sich die größte Mühe, Euch bald mit neuen Abenteuern auf seiner Reise zum Glück zu unterfordern. Solange müsst Ihr mit den Textverdunkelungen der letzten Wochen Vorlieb nehmen. Aber die haben es in sich. Elf astreine Konfusionsbeschleuniger, zwei davon sogar mit englischen Strichen - und damit reich an sprachlichen Lernerfahrungen. Wenn Ihr also immer schon mal wissen wolltet, wann der lang ersehnte Gedanke endlich einsatzfähig ist, oder wie dünn Eure Aufmerksamkeit wirklich ist, dann empfehle ich dringend die amateurhaft orchestrierte Übermalung der folgenden Schwarz-Weisheiten. 

06.05.2016

Zeitgruppe Null

Liebe Freunde dufter Dystopien.
Gäbe es das Geruchs-Internet, Ihr könntet meinen Angstschweiß atmen. Oder zumindest das dezente Transpirat amtlicher Aufregung. Für die zeitarmen Hektikhasen unter Euch hier in Kürze das Wichtigste: Am 13. Mai erscheint mein Roman "Zeitgruppe Null" als E-Book bei edel&electric
Für alle, die ein bisschen mehr Zeit investieren möchten, habe ich hier aufgeschrieben, wie es soweit kommen konnte und was auf dem Weg zur Veröffentlichung so geschehen ist. Und am Ende dieses Beitrags schenke ich Euch noch den Soundtrack zum Buch. Gnadenlose 72 Songs mit Bedeutung: Ich habe die Stücke beim Schreiben oft gehört, manche werden im Text zitiert, mal weniger, mal mehr offensichtlich. Deswegen auch Haddaway. Und Ihr summt jetzt bitte nicht den ganzen Tag "What is love?" vor Euch her, versprochen? Verzeiht mir bitte diesen trashigen Ausrutscher, aber der ist dem Supermarktgedudel im ersten Kapitel geschuldet. Mittlerweile stehe ich sogar zu diesem Kirmestechno. Ich bin wohl doch ein bisschen erwachsener geworden. Oder bilde mir das ein, das reicht ja.

09.04.2016

Utopisches Frühlingserwachen

Liebe Freunde irgendwelcher Typen.
Läuft alles soweit rund, Ihr formidablen Frühlingserwacher? Ich hoffe doch. Dennoch, auch ein Jammern auf hohem Niveau ist immer noch ein Jammern, also sei an dieser Stelle das Bedauern darüber geäußert, dass man nicht deutlich glücklicher ist. Ansonsten habe ich eine neue Redwendung für Euch. "Der spinnt" oder "Der hat ja nicht mehr alle Tassen im Schrank" kann schließlich jeder sagen. Versucht es beim nächsten Mal mit dem Satz "Bei dem ist die Wirklichkeit anders verteilt". Wird bestimmt ein echter Party-Brüller. Was gibt´s sonst Neues in diesen sieben Textverdunkelungen aus den letzten Wochen? Ach ja, die Wichtigkeit von Utopien, das tolle Gefühl, pointiert einen im Tee zu haben - und natürlich die jährliche Erkenntnis, dass (nicht) nur eine Germany´s Next feministische Katastrophe werden kann. Desweiteren habe ich ein Lobkärtchen für Euch, das Ihr gerne spielen könnt, wenn der Tag mal wieder hart zudrückt. Regelmäßige Wertschätzung wird ja leider immer noch unterbewertet. In diesem Sinne: Viel Spaß beim üblen Abchillen und haltet die Ohren steif. 
Übrigens: Es würde mich freuen, wenn Ihr Euch bitte ab jetzt auf den nächsten Beitrag freut. Der ist gerade in der Mache, und es wird endlich mal wieder etwas anderes als dieses semi-interessante Rumgemale. Der hat was mit selbst getippten Wörtern zu tun. Und ich meine nicht Pohlmann, der liegt gerade leider etwas auf Eis. Ich meine etwas, das mich in den letzten vier Jahren ziemlich beschäftigt hat. Bleibt dran, zu gegebener zeit drücke ich Euch die Information in Eure müden Erwartungsaugen.